Dienstag, 12. Mai 2020

Now you go! - Über die biopolitische Einrichtung global republikanischer Demokratie aus dem Geist pandämonischer Bindung

"Und wenn die tausend Jahre vollendet sind, wird der Satan losgelassen werden aus seinem Gefängnis und wird ausziehen, zu verführen die Völker an den vier Enden der Erde, Gog und Magog, und sie zum Kampf zu versammeln; deren Zahl ist wie der Sand am Meer. Und sie stiegen herauf auf die Ebene der Erde und umringten das Heerlager der Heiligen und die geliebte Stadt. Und es fiel Feuer vom Himmel und verzehrte sie. Und der Teufel, der sie verführte, wurde geworfen in den Pfuhl von Feuer und Schwefel, wo auch das Tier und der falsche Prophet waren; und sie werden gequält werden Tag und Nacht, von Ewigkeit zu Ewigkeit."   
Offenbarung des Johannes, 20,7-10 

1.

So. Die Inkubationszeit scheint zu Ende. Drei Jahre. Interessant. Jetzt! ist's wieder einzugreifen. Die Infektion wütet. Per aspera ad astra. Durch die Hölle zur ewigen Seligkeit. Ja,

die eine Welt entsteht.

Haben wir das nicht gewußt? Ist's nicht, was wir gewollt haben?

Was wir aber nicht haben wollen, ist eine weltweite Animal Farm, ein Re-Produktionslager nach veterinärmedizinisch-technischen Mitteln von Personen, die es scheinbar nicht besser (als 1929 und wohl auch 1984) wissen.

Aber langsam. Langsam!

2.

Eigentlich ist aber damit alles gesagt.

Die gegenwärtige über den Weg der biologischen Gefährung versuchte Ermächtigung, die wir beobachten, man muss korrekterweise simulationsbasierte Ermächtigung sageen, denn die Probleme ihrer Begründung ergeben sich aus einer von ihr selber eingesehenen, nicht vorhandenen realen und regulär erkältungsmäßigen Gefährdung.
Diese Tatsache zieht aber und deswegen die Notwendigkeit der propagandistischen Organisation ihrer Inbetriebsetzung nach sich.
Das ist schade. Das weckt unnötiges Misstrauen und untergräbt ihre Legitimität, bzw. setzt Zweifel in die Lauterkeit der Wege und Mittel.

Welche Vernebelungen könnten das sein?

Die implizierten realwirtschaftlichen Destruktionen beinhalten eine "kreative Destruktion" "alter, klassischer Produktionszweige" zugunsten digitaler, global-konzernhafter. Innerhalb ihrer substanzialisierten Einrichtung geschehen dann aber Re-animierungen realer Akkumulationen nach Vorgabe der digitalen.

Auf der anderen Seite sehen wir das Finanzkapital. Seine Enthobenheit präferiert vorgängig eine höhere Enthobenheit eben. Auf dem Wege der "kreativen Destruktion" ist auch mit unmittelbaren Verlusten zu rechnen, welche aber durch die künftigen Gewinne und Gewinnakkumulations-Dynamisierungsbeschleunigungen aufgehoben sind, welche sich einstellen, wenn das Finanzkapital zum auch real realwirtschaflichen Grund- und Primärakkumulat des wirtschaftlichen Kreislaufs eingerichtet sein werden.
Das Ganze passiert natürlich vor dem vornehmlichen Interesse der Wiederherstellung der Zinsakkumulation des reinen Kapitals. Da diese gerade nicht vorhanden ist, erhebt das Kapital das Anrecht auf Besinnungen ihrer Restitution. Dass dieses aber auf dem Wege der "kreativen Destruktion" geschieht ist ein geschichtlich schon wiederholter Weg.
Das Problem stellen in dieser Rechnungsstellung aber die Destruktionsimplikationen von hyperentrepreneurealen, also von staatlichen Entitäten. Die Kosten-Nutzen-Rechnung muss hier revidiert vorgenommen werden. Sie darf sich aber erwartungsgemäß entwickeln: In Zusammenbruchszenerien ist davon auszugehen, dass die Zinshebel wieder ansteigen werden, so dass hier ein Gewinn auf der Seite der Krediteure mit Sicherheit zu erwarten ist, welcher die unendlichen Verluste aushebelt. Diese können dann aber auch mittelfristig und ohne gewissen Ausgang jene oben benannte digitale Restitution in Gefahr setzen. Es ist nicht gewiss, ob diese und in diesem Augenblick existierenden, institutionellen (organisationalen) Form fortbestehen, sprich selber überleben, ohne dem Sturm und Zusammenbruch selber zum Opfer zu fallen.
Die historische Rechnung wird hier spekulativ oder zumindest ungewiss.

Derjenige, der sich vor der Sprengung, auch des eigenen Hauses, mit einer gewissen Rücklage an Realwerten aus dem Haus entfern, ist nur bis zu einem gewissen Ausgreifen der Implosion vor den Folgen der Sprengung gefeit. Die Sprengung könnte bei übermütigem und umprofessionellem Vorgehen auch den Boden in Leidenschaft ziehen, auf welchem dieser sich in der noch so sicher vermeinten Sicherheit abständig hält.

Zusätzlich zu den genannten Faktoren sind auch die folgenden Transformationen zu berücksichtigen:
Wenn wir die gegenwärtige anhebende Krisis betrachten, dann dürfen wir keineswegs überstehen, dass die Entrepreneure auch weltanschauliche, ja lebensformmäßige, würden wir sagen, Konnotationen, ja Ausgänge ihrer Unternehmungen besitzen. Manche fragen sich auch, ob diese nicht gerade ihr lessäres und kretivitätsaspirales Steckenpferd sind. (In diesem Zusammenhang dürfen wir die Entwicklung und das Vorantreiben der kryptomonetären Entwicklung übersehen. Nicht von ungefähr veranlasste Warren Buffet eine unverständliche Angriffsdestruktion auf die aufkommende Entwicklung des kryptomonetären Booms, welcher nicht bloß mit seiner Skepsis vor delirierenden Anlageweisen erklärbar scheint.)
Hinter dem orchestrierten Vorgehen stehen also welt- und lebensanschauliche Präferenzen und oder Imaginationen. Diese können wir augenblicklich und bei der aktuellen Entwicklung mit dem Namen der liberalen Ermächtigung oder neutraler, Vorstellung in den Begriff bringen.
Liberal und Liberalität bedeutet aber offensichtlich in diesem Zusammenhang und Vorstellungsraum eine Verbindung des technizistisch-instrumentalen, wohl dann feudal digital-totalen Selbst-instrumentalisierungshandelns und Lebensimaginierens.

Wir dürfen aber berechtigt davon ausgehen, ob diese Vorstellung des Liberalen nicht eine insuffiziente und damit sublibertäroptimale Deploration des Liberalen selber sind. Wir können sie mit dem Titel des Feudal-Liberalen bezeichnen.

Nun besteht vom Anfang des Aufkommens des nämlichen, sogenannten Liberalen eine interne Zweiteilung und Parteiung in demselben.
Schon von Anfang an entwickelten sich eher als konservativ zu bezeichnende und ständemäßig orientierte und verbliebene Gruppierungen und Betonungen neben jenen eher sozial und dann auch schlicht liberal und/oder libertär genannten Kräften. In der nämlichen neuzeitlichen Liberalität inhäriert also eine rechts-links Gewichtung und Orbitierung, die wir kennen.

Wir scheinen sie aber augenblicklich nicht mehr zu kennen oder verloren zu haben.

Bio-logisch, ökonomisch und gemeinwohleinrichtungsmäßig, also politisch scheinen wir gerade unter der fast schon total zu sein scheinenden rechts-konservativen globalen Re-volution Instituierung (seltsamerweise unter grund"liberalen" Vorzeichen und Grundannahmen) und unter der genauso total zu sein scheinenden Ausschaltung jener sozialbetonten oder gar wirklich liberal-verhandelnden Betonung des Gesamtliberalen zu stehen, so dass die Frage nicht mehr ausgeschlossen ist, ob wir, wenn dem so wäre und der soziale Aspekt und der liberale Aspekt, global und substanziell betrachtet natürlich!, in der Weise ausgeschaltet, nicht vorhanden oder als instrumentalisiertes in jenem Ersten zu finden sind, nicht in einem schein-liberalen und dafür schlicht totalem und totalitärem Geschehen und fast schon ohne jegliches Mittel seiner Verhinderung, Überwindung und Ausschaltung zu weilen haben. Wobei als Negativfolie des Ganzen und als Negat natürlich dann nicht mehr von einem Sein und Weilen zu sprechen ist, also in einem Sein sind, in welchem wir nicht sind, in einem Sein, in welchem die 7 Milliarden ausgeschlossen und wirklich ausgeschlossen, weil eben nicht subjekthaft vorhanden sind und uns in einem tatsächlichen Geschehen von 7, 8, 10 Personen Gehirnen befinden,

deren Imagination und Vorstellung und Geschichte und Bild wir aber deswegen, weil wir andere sind, gerade nicht teilen bzw. uns schlicht von diesen, neutral gesprochen, unterscheiden.

Sind wir also endlich bei jenem Gespenst angekommen, bei jenem Gespenst, das in der Welt umgeht und das, wenn es jenem anderen Gespenst und jener anderen Imagination in der Simulation begegnet nicht als Etwas begegnet, das unendlichfach vielfältiger im Mindesten und dann auch letztlich mächtiger und wirklicher damit ist, um von einer anderen Imagination anzuheben, in einer Korrektur, die an jene 3,4,5,6 Imagination ihre Anfrage stellt, an die wesentlichen Verhältnisse ihrer Imagination die wesentlichen Fragen stellt:

Wie hältst du es mit der ökonomischen Liberation?
Was hältst du von der staatlichen Institution?
und: Wie ist dein selbstgenügsames und selbsterhältliches, ja (gott)gewolltes Leben?





Sonntag, 2. Juli 2017

In der Gegenwart der Gegenwart leben

Der folgende Beitrag handelt von der Möglichkeit und der Vorstellung ewigen Lebens. Einerseits ist dieses ein geradezu antimaterielles Konzept herkömmlichen Denkens, andererseits wird es allein im Christlichen (noch) hochgehalten, wenn es sich da auch, so kann man einfach sagen, durchaus als bisher mangeldurchdacht herausstellt. Durch die schlichte Jenseitsverlagerung wird es zum Einfach-anderen, Gegenüberliegenden, so dass, wenn es auch Bedeutung hätte, dieses per se keine Relevanz für das Leben, wie es ist und gelebt wird, hätte.
Alles hängt aber davon ab, ob das Konzept und dann auch nicht nur das Konzept, sondern das Versprechen des Ewigen Lebens etwas ist, das nicht nur lebensbereichernd, sondern auch im höchsten Maße -verwandelnd und eben -heilend und -vollendend ist.
Das Ewige Leben erweist nur dann seine Kraft, Bedeutsamkeit und Wirksamkeit, wenn es in der Lage ist, plausibel so vorgestellt und wirkmächtig gemacht zu werden, dass es das hiesige, das diesige Leben vollendungsmäßig verwandelt und damit zumindest in eine Bewegung des Heils zieht und auf dessen Spur setzt.
Dafür aber muss das ewige Leben, wenn es auch ein "anderer Raum" ist, ein solches sein, das eben nicht schlicht jenseitig, also rein vom Diesseits getrennt, negativ zu diesem ist.
Die Qualität des Denkens des ewigen Lebens ist entscheidend. Dies betrifft auch vor allem die kirchliche (also auch zum Teil berechtigt mythische) Rede davon.
Das herkömmliche, klassische kirchliche Denken hat auch durchaus Ansätze bzw. vollgültige Wirklichkeiten, die aber genau auf jenes hinausgehen, oder von jenem herkommen, was im folgenden als eine Idee des Andenkens des Ewigen Lebens und seines Verfahrens kurz gestreift und aufgeworfen werden soll.

Wir sagen, die Kraft des ewigen Lebens leitet sich von dem ab, inwieweit es das diesige Leben heilsvollendend verwandeln kann und soll. Dies kann es durchaus nur insofern, dass es ein anderes aufstrahlen und anwesen läßt, das ein anderes des Unheilvollen und Verschlossenen ist, dessen Aufhebung und Eröffnung es ist. Anders gesagt, es kann nicht im einfachen Sinne mehr vom Gleichen sein.
Es muss aber andererseits mehr vom Gleichen, und zwar im guten Sinne, mehr vom Gleichen sein. Es muss eben DAS Leben ohne die Hinfälligkeit, die Verkürzung, die Narbe des Fehls und die Gefrorenheit schlechter Erfahrung und Erinnerung sein.
In diesem Sinne muss das Ewige Leben eine noch gesättigtere und vollere und intensiverere Gegenwart und Gegenwärtigkeit sein als die manchmal auch blässliche Gegenwart und Fleischlichkeit des Lebens, wie wir es kennen und Leben. Das Leben und d.h. das immerwährende, ewige Leben müssen ein vollgegenwärtiges und d.h. ein volldiesseitiges, voll leibhaftiges Leben sein. Das ist ein Teil der christlichen Eröffnung, Behauptung und frohen Botschaft, die gebracht wird. Das Ewige Leben ist eben nicht das flüchtige, spirituell-spiritistische, rein und immer jenseitige, dünn- und hochfrequentige Piepsen und Pfeifen, wenn es auch aus dem Summen der emsigen Engelsvölker, den Zikaden des Christlichen, Herkunft haben soll. Das ewige Leben ist eben das vollleibhaftige, das körperliche, das völligkörperliche, so voll körperliche, dass es viel mehr ist als die Körperlichkeit, die wir jetzt so kennen und die vor der Vollendung jenes erschienenen vollkörperlichen Lebens eben als nur hinfällig, schwächlich, eben vergänglich und gebrechlich erscheint und erscheinen muss.

Wir sind nicht getröstet, wenn wir unsere Verstorbenen irgendwo als Anschein, Name und Anwehnung vermerkt wissen einer kaum vorhandenen Jenseitigkeit, die immer ein anderes bleibt und ist. Wir kommen erst zur Versöhnung und zum Trost und zur Möglichkeit des Empfangs des Trostes, wenn wir wissen, dass wir gemeinsam in einem Raum, eben der Kirche, mit jenen Toten sind und leben, die hiesig sind und auch so empfunden werden, wenn sie auch ganz anders  und eben nicht wie Zombies neben uns als fahle Leichen zu sitzen brauchen, genauso wie wir mit jenem hohen Himmel verbunden und zusammen sind, um alle gemeinsam jene Fülle der Ewigkeit zu bilden, um jenen gesättigten und sättigenden und befriedigten und befriedigenden Raum der Kirche zu bilden, der uns in der Gegenwart sein läßt, welcher die Möglichkeit zur Ewigkeit gibt.

Diese Materialität des Ewigen Lebens, wenn auch Bedingung, ist aber nicht hinreichend für das Zustandekommen jener Ewigkeit. Die Gegenwärtigkeit allein reich noch nicht aus, um jene Erfahrung zu bilden, die wir mit der Immerwährendheit und Ewigkeit benennen.

So stellt genau genommen das Bewohnen der Ewigkeit auch eine Beschaffenheit dar, welche genauer und exakt mit der folgenden Formulierung gefasst werden kann und wird:

Die Ewigkeit ist das Leben in der Gegenwart der Gegenwart.

Erst wer aus der Gegenwart die Gegenwärtigkeit dieser Gegenwart selbst betritt und damit zu bewohnen beginnt, betrifft und bewohnt und macht die Erfahrung des Seins und des Aufenthalts in der Ewigkeit und Immerwährendheit.

Erst die Gegenwart der Gegenwart, je nach ihrer Dünnheit und/oder Gesättigtheit geben den Raum und die Breite, die notwendig sind, um jenes und jenen Raum aufzutun, der die Ewigkeit, der der Raum (genauer: Die Raumzeit) der Ewigkeit ist.

In der Gegenwart der Gegenwart wohnend und seiend sind uns die Verstorbenen und die geistigen Wesen der himmlischen Hierarchien gegenwärtig und anwesend. In dieser betreten und eröffnen wir den Raum der Ewigkeit. In dieser befinden wir uns in der Kathedrale der Ewigkeit, in jenem Raum den die Kirche klassisch als Leibhaftigkeit der Vollendung und Erlösung darstellen und eröffnen und zu werden helfen wollte.

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Die Heilige Nacht der Welt 2016

Man könnte die gegenwärtige Zeit als die Zeit des herauskommenden Lichts und der Geburt begreifen. Nur ein Gott kann uns noch retten. Was uns nicht umbringt, macht uns stark.
Auf der einen Seite ein unendlicher Überfluß und seine Bedrohung, sein Zerfall. Seine Herausforderung von innen. Auf der anderen Seite eine zunehmende Aussetzung und Verstärkung polyzentrischer Gewalteskalation und ein grundsätzliches Anzweifeln und Herausfordern einer als korrupt und inadäquat erkannten abstrakten liberal-demokratischen und marktkapitalistischen Ordnung. Auf der einen Seite eine totale Entfesselung und Auflösung geistiger Hypostasierungen und Realitäten und auf der anderen ein Vermögen der Materie und des Materials.

In einer solchen und aus einer solchen Situation zunehmender Aussetzung und Entbindung, aus einem die Hoffnung-fahren-lassen und einem gleichzeitigen wie intuitiv geahntem Aufkommen eines Neuen Realismus ist die wirkliche Geburt eines und des Gottes in der Macht und der Glorie des Stalls und der Krippe und d.h. auch der gewöhnlichen Realität des Alltags und die wirkliche Fürwahrhaltung und Konzentration (Verkündigung) dieses inkarnatorischen und endzeitlichen ankünftigen Geschehens jenes, das das Gebot der Stunde ist.

Das Licht geht in und aus der Finsternis auf. Etwas und alles wird aus nichts geboren und wird. Die Frucht geht auf, erscheint, tritt auf aus dem "Geist", dem Pneuma der allmächtigen Hervorbringung und der geistigen Matrix der Fruchtbarkeit.

Dass in diesem das unsichtbare Oben sich mit dem Grund da unten verbindet, der Himmel sich mit der Erde vereinigt, das Licht aufgeht und zwar als leibhaftige, materiale Frucht, das ist das unfassbare Angebot, das uns das Christentum seit nun 2000 Jahren machen will, erzählt und übermittelt. Einerseits als schon geschehen und andererseits als immer wieder und weiter geschehend und möglich.

Die Konstellation der Stunde ist aber eine solche, in welcher dies auf "weltpolitischem" Niveau und auf der Weltebene geschehen kann und geschehen will und geschieht. Die Weihnacht will eine Weltweihnacht, ein Weltaufgang sein. In dieser geht der Welt jenes auf, das in sie jenes setzt, in dem sie alle Herausforderung, alle Gefahr überwinden kann und das ihr die Gnade gibt, aus aller ihrer Dispartheit jene Verbindung und Kommunion zu bilden, die in jener aufgehenden erlösenden Mitte-Frucht repräsentiert und gebildet ist, die aber auch nicht als die Mitte die bloße Soseiendheit und Effektivität der Welt vollendet, vereint und ihre bedingten, auch noch so fatalen Probleme heilt. Die aus der Mitte aufgehende und vom Himmel kommende und angebotene und geschenkte Mitte verwandelt ja gerade, wie der Stern, der von innen aufgeht, wie das Licht das im Dunkeln aufgeht das Ganze des Ganzen. Er erleuchtet es gerade und läßt es das erleuchtete Sein sein, das in dieser Erleuchtung leuchtet und verwandelt ist. Die Erleuchtung versorgt den in der Dunkelheit befindenden aporetischen und endlichen Weg mit jenem Licht, das dem Weg den Abschluß und dem blinden Ende die Verknüpfung gibt, um es aufgängig und somit ganz zu machen.

Dieses Licht und seine überaus konkrete und materielle Trägerschaftsfrucht zeigt auf, dass der Weg der Lüge und des Betruges der kürzere Weg ist, dass die Hinfälligkeit ein Ende hat und dass sie durch einen durchaus konkreten Aufgang, eine sichtbare Heilung aufgehoben ist. Sie zeigt auf, dass auch schon der Versuch des Setzens auf Gewalt, Krieg und Verletzung nicht nur die Ängstlichkeit und die Schwäche des Akteurs offenbart, sondern ihm mit offenbarer Gewissheit gerade jenen Teil zuweist, den er zu vermeiden bestrebt ist: den Misserfolg, das Verlieren, das Arm- und Armseligbleiben.

Und wie können wir das sehen und erkennen, dass diese Frucht gerade dieses Jahr geboren sein will?

Wir müssen nur wie die Frau, die schwanger ist, uns dem Lauf des Austragens, der Wehen und der Schwangershaft überlassen. Und wir dürfen uns nicht wundern, wenn wir, wenn wir uns sperren und verkrampfen, Schmerzen leiden. Schmerzen, die aber ganz gewiss sinnlos, weil ohnmächtig sind.

Samstag, 10. September 2016

Rückflüsse - Vollendung der Geschichte

Der neuzeitlichen, weltlichen Philosophie fällt das Verdienst zu, die Geschichtsphilosophie und damit die Geschichte in starker Weise in den Fokus der Nachdenkensbemühung gezogen zu haben. Allerdings, wie es auch an dem mittlerweile verebbendem Interesse abzulesen ist, mit einem unscharfen, zerfließenden Ausgang und damit, wahrscheinlich auch retrograd, Ausgang und Fokus. Unser Sinn bleibt uns verborgen und ein Rätsel. Wir befragen uns. Wenn es auch mit Taten unseres emsigen Lebens ist, das nicht vom Werken und dem Werk ablassen will, dem das gerade Getane aber auch nicht die Ruhe und Befriedigung zu verschaffen vermag, welche ihn die Wunder des 7. Tages des "Ruhens" erfahren ließe.

In diesem Kontext stellt Hans Urs von Balthasars Versuch einer erneut genuin christlichen oder glaubensmäßigen Geschichtsphilosophie und damit -theologie unter dem Titel "Das Ganze im Fragment" ein zu beachtendes Unternehmen vor.

Es erwächst nicht von Ungefähr, dass dieser Versuch, der zugleich auch eine, vielleicht viel zu unmittelbare Auseinander- bzw. Entgegensetzung zur weltlichen (vor allem) hegelisch-idealistischen Geschichtsentelechie ist, ein Herbeiholen Augustins ist, welcher getrost als der Patron der Geschichtsreflexion angesehen werden kann.

Das mag aber dann auch schon das Manko des Unterfangens sein. Balthasars Versuch vermag es nicht in der substanziellen Ausarbeitung einer Geschichtsphilosophie/-theologie weiter zu kommen, ausser in einem Erneuern von grundsätzlichen Dualismen und ihrer Verstärkung trotz ihrer gleichzeitigen Überwindung. Er vermag nicht weiter als zu den formalsten und grundsätzlichsten Bestimmungen zu gelangen, die aber nicht mehr als etwas Herkömmliches wiederholen, das als solches Wiederholtes bloß scheinbar Wieder-holtes und d.h. dann doch nur Restauriertes ist und in dieser Restauration sich - angeblich wegen einer äußeren Bedrohung und Schlechtwetterlage - befestigt, um den Sinn und Zweck einer Wiederholung und Reflexion, nämlich den Sinnüberschuß und die Sinneröffnung ganz klein und horizontal (also am Horizont liegend) zu halten und am Schluß doch zu negieren und einzuholen (in die Geschichte, wenn auch als Intendiertes und Erstrebtes/Erhofftes, Erbetenes), hineinzuholen.

Die Wirkung des epochalen Christentums (auch vermittels des Sakramentes der Kirche) mag aber epochal viel weiter fortgeschritten und infundiert sein, so dass eine substanziellere und universalere und erfülltere Geschichtsreflexion der Verwirklichung und Einsetzung des Leibes Christi als der Taufe und Vollendung und Verwandlung der Welt viel mehr an der Zeit der Herausforderung einer sei es geschichtsphilosophischen oder -theologischen Besinnung ist.

Man kann sich auch angesichts der Unterlassung der Inangriff- und Annahme der angebotenen Gnade schuldig machen und der Verwirklichung entledigen.


Samstag, 16. Januar 2016

Gemeinschaft

"We learn to cultivate the gift of love in community."
W. Jeanrond, A Theology of Love

Auch Gemeinschaft ist, wie die vorausgehenden Begriffe, ein Erfüllungsbegriff und -verhältnis. Keine Gemeinschaft ohne Vollendungsmöglichkeit und d.h. -wirklichkeit. Keine Gemeinschaft ohne Überfülle, ohne Vollendung, ohne jenen Zugewinn an Raum und an Verfügung, welche nötig sind, um die gefügte Unendlichkeit, welche die Person ist und ihre Vermengung aufzunehmen.
Ohne eine solche Erfüllung, Vollendung und Überfülle, ohne eine solche Gnade und ein solches Geschenk sind also nur kaum aufgängige Ansammlungen, Gerümpel, Schiefheiten und Verstellungen möglich, die letztlich immer irgendwo zwicken und zwacken werden
und mit dem Tod bezahlen lassen werden, indem sie ihn erfahren und schmecken lassen werden. Ohne diese Begnadung ist also nur Verheerung möglich.
Warum ist dies so? Weil wir einerseits Individualitäten, unbedingte Besonderheiten, Einzelnheiten und ihre Ansammlungen sind oder weil wir Herkömmlichkeiten, Gewohnheiten, Schwärme von Mans sind, die zwar ein Gebilde, aber nie eine Gemeinschaft kennen, die aus je Einzelnheiten und Individualitäten und Selbst-Bewußtheiten besteht, die sich aber koordiniert haben und zwar in der Weise, dass ihre Über-einstimmung in einem Raum statt hat, zu dem sie selber kommen und der ihnen aufgegangen ist, der ihre einzelnen Unendlichkeiten und ihre Additionen in der Weise überheben kann, dass er sie aufgehoben und getragen und ergeben sein läßt, genau aus jener Unendlichkeit die alles und d.h. die Koordination der Einzelnheiten schenkt und gewährt. In diesem Sinne ist die Göttlichkeit, das gnadenschenkende Absolute der gemeinschaftsstiftende und -eröffnende Raum und Faktor. Der Gott schenkt die Gemeinschaft und d.h. die Koordination und die Ausrichtung und Selbstrückkunft der Individualität und der Individualitäten. Er gewährt und garantiert die Einzelnheit und ihre Unverletzbarkeit und schenkt das Vermögen der Koordination und der Abstimmung von an sich unvereinbarem Einzelnen und Bestimmten. Der Gott schenkt in dieser Weise Welt, wo zuvor nur Aspiration, Versuch oder Gewohnheit war. Er richtet jenen liturgischen, erst-öffentlichen Raum ein, der allem auch dem öffentlichem Raum der Agora seinen Sinn, weil seine Möglichkeit und damit Wirklichkeit gibt, indem er ihn schön, gut und entborgen sein lassen kann, indem er ihm den Grund gibt, der ihn sich sein und sich entfalten und zugleich einfalten läßt.
Gemeinschaft ist immer jenes wundersame und wunderbare Gefühl und die Erfahrung des Zusammengehens des Unvereinbaren: des Je-einzelnen und des Stimmigen und Aufgängigen des Koordinierten und Verfügten, des Gemeinsamen.
In diesem Sinne ist Gemeinschaft und Gemeinschaftserfahrung immer eine hyperuraneische, eine außergewöhnliche und erhebende und gleichzeitig einbergende, zu sich bringende, beruhigende und versöhnliche Erfahrung. Sie ist Erfahrung und Entität konkreten Heils.
Sie ist der Ort der Erfahrung der konkreten Überwindung des Todes.
Denn dieser bedeutet gerade den Verschwund, die Auflösung der Gemeinschaft, welche Lebensgemeinschaft ist. Dann ist nichts. Obwohl Gemenge ist und sein kann.
Gemeinschaft aber heilt von innen und außen dieses Nichts, dieses Gemenge und diese Unmöglichkeit. Sie macht aus der Unmöglichkeit Möglichkeit und so läßt sie sein, wirklich sein, Wirklichkeit sein.
Die Gemeinschaft ist Anfang von allem. In diesem Sinne verstehen wir, warum die Ekklesia der Anfang und die Vollendung von allem ist, der Ort der Erfüllung und der Vollendung der Welt, der Ort des Anfangs und des Aufgangs der Welt. Der Aufgangs- und Ereignisraum der Erlösung.

Keuschheit und Liebe


"Keuschheit und Liebe gehen Hand in Hand." 
Werner G. Jeanrond, A Theology of Love

Nicht nur gehen Keuschheit und Liebe Hand in Hand und ist Keuschheit nicht wesentlich ein Weg der Heilung der Wunde und des Übels der Liebe, Keuschheit ist der Ort und die Austragungsweise des Überflusses, der Abundanz der Liebe und die Liebe, die sich im und aus dem Überfliessen einrichtet und als diese Einrichtung ist, ist keusche Liebe zu nennen und als solche zu erkennen.
Wie aber das?
Als Erstes ist zu sagen, dass alles was ist, sein kann, weil es die Vollendetheitsmöglichkeit seiner selbst gibt. Ohne die Vollendung ist nicht etwas und das Sein ist die Vollendung. Die aber auch gebrochen
und angeschlagen sein kann.
Als Zweites ist zu sagen, dass die Heilung in der Verwindung der Wunde, der Schwäche geschieht und ist, welche durch ihre Annahme ihre Überwindung ist und ihre Übermächtigung.
Die Schwäche wird zur Stärke. Und diese hat positiven, ausweisenden Charakter. Sie ist so etwas wie die Fortsetzung, die Furt dann auch und der Übergang zu einer Wiederkehr und Überwindung,  zu einem Werden das neu und gestärkt ist und das siegt und gewinnt.
Diese zwei Voraussetzungen vorausgesetzt, sehen wir den Ort der Verknüpfung von Keuschheit und Liebe als den Ort des katalytisch-reinigenden und verhinderungsheilenden Geschehens und seiner Überwindung, welche in eine Überproduktion des Neuen, Aufgängigen, Heilen, Auferständigen geht und aus ihm wird. Sie ist der Aufgang und der Andrang des Lichts und d.h. auch der Lichterzeugnisse, der vielen kleinen und großen Dinge, die aus der Liebe, dem Licht der Liebe sind und geworden sind, um sich anzusammeln und überzugehen, um Ereignisse der Einrichtung
des Hervorgangs der inkarnierten Liebe zu sein.
Die Keuschheit ist in diesem Sinne der Überraum, der nötige Mehrraum, welcher in seiner temperierten Form jene Bedingung schafft, damit freie und mögende Produktion und Generation wird, damti Erzeugnis ist, das nur durch eine Beengung und Kontingenz verhindert sein kann, welche sich ergeben, wenn der Raum der Liebe implodiert, einfällt, um nur ein Gerüst und eine Ansammlung von Faktizitäten und einer Verlassenheit zu hinterlassen, in welchen nichts mehr tatsächlich und eigentlich gedeiht, in welchem die große Pflanze des Lebens bedroht ist, wenn auch noch für einige Zeit ein Fortwirken und Gedeihen statt haben kann.
Die Keuschheit der Liebe ist das Überquillen der Liebe und das Überquillen der vielfältigsten und eigenhaftesten Produktionen und Organismen der Liebe. Die Keuschheit ist in diesem Sinne der Raum der Möglichkeit des Leibes und des Körpers. Es ist seine Vollendungs- und Realisationsmöglichkeit.
...

Donnerstag, 14. Januar 2016

Eros und göttliche Liebe

Gott und Eros werden aufgrund einer langen Tendenz der Diskussion der beiden Sachbereiche getrennt und auch entgegengesetzt verhandelt. Was dem einen gut tut, kann dem anderen nur schaden. Die Betrachtung der Abstammung des Eros und/oder die Hypostasierung und Verallgemeinerung eines Verderbens des Erotischen fielen durchaus undifferenziert und schematisch-dualistisch, ja manichäisch aus. Von der Seite der göttlichen Schöpfung und der Inkarnation und Kenosis des Gottes aus muss sich das Verhältnis anders darstellen. Der Eros muss in seiner göttlichen Abstammung und Potenzialität betrachtet werden. Der Sündenfall impliziert auch einen Bruch der göttlichen Herrlichkeit des Eros und seiner Ekstasen. In der Erfüllung unseres Körpers erfüllen wir auch die Möglichkeit göttlicher Verkörperung. Gott liebt über sich hinaus. In der Barmherzigkeit und in seiner Selbstaufopferung erzeigt er die erotische Kraft der Selbsthingabe und der Verschmelzung mit dem anderen. Diese verleiht ihm dann auch die eigentliche Herrlichkeit, welche der heile, aufgerichtete Eros verleihen kann: Die Wiederkunft aus dem Tod. Die Auferständigkeit. Und diese eröffnet die höchste Herrlichkeit und Verklärtheit. Diese eröffnet und instituiert den Himmel und die Ordnung des Himmels auf der und in der Erde. Ein Eingang, der die Erde selbst ganz verändert, verwandelt und verklärt. Der sie auferständig, geheilt, versöhnt wieder aufgerichtet macht.
In dieser Weise ist der Eros die Kraft der Berührung und der Durchgängigkeit der Kommunikation und der Wandlung/Verwandlung.
Der wiederhergestellte Eros schenkt die Gnade ebenfalls in die Unberührbarkeit und die bloße egomanische Verdorbenheit des eigenen Selbst hineinzugehen. Er verwandelt ihn, indem er in ihm ebenfalls ein Licht des Heils und der Wiederherstellung ein- und aufrichten kann, zum Zeichen. Hier macht er aus Unberührbarkeit, aus Angst, Zwiespalt, Intrige, Todesbesessenheit und Versteinerung der Gefühllosigkeit das Wunder der Selbstaufgängigkeit, das mehr ist als nur Selbstbefreundung, das Selbstdarbringung und -darreichung ist, ein schöpfungs- oder erlösungslogischer Akt.
In diesem Sinn erfüllt sich das inkarnatorische Erlösungs- und Gnadenpotenzial des eigentlichsten christlichen Gedankens und seiner Handlung in der Heilung und Verwandlung des Selbstverhältnisses und zwar in der Weise des Selbstausweises.
Die Mitte eines heilen, aufgängigen und versprechenden homoerotischen Verhältnisses ist die sakrale, göttliche, leibhaftig spirituelle Aufgängigkeit und Ursprünglichkeit aus der, zu der und durch die alles ist. Diese gibt der Kommunikation und der physischen Interaktion Sinn und Zweck. Diese läßt es auch frei sein und gewährt die unausschöpfliche Räumlichkeit und Differenziertheit, welche sonst abgeht und Horreurs der Enge und des Mißverständnisses bildet.
Dieses lernen wir von Jesus. Wir können sicher sein, dass Jesus, sei es im vorkarfreitaglichen oder in dem nachösterlichen Leib physisch-leibhaftige Interaktionen mit den seinen aufnimmt. Eine Ahnung davon vermittelt uns der Hinweis auf den beim Abendmahl an der Brust des Meisters liegenden Jünger. Das Christliche ist gerade ein erfüllter, ein himmlischer, göttlicher Leib.
Ein Leib, der die Milde der Todesüberwindung hat.
So ist und wird er der herrliche, der Auferstehungsleib.
Ein Ausweis der Verwindung der Krankheit, der Verhinderung und des Todes.

Wir können sagen, dass Gott gerade jener ist, welcher den vollen, den erfüllten und den erfüllenden Eros vermag. Er scheitert nicht an den vielfältigen Klippen, welcher jener auch raue Gott bereiten kann. Er zeigt uns die reife Weise, auch über eine gewisse Selbstdemut hindurch, wie die Herrlichkeit des Eros in einem herrlichen erotischen Leib aufgehen und sein kann. So erlöst uns Gott.
So schenkt er auch seine Gnade.

In diesem Sinn ist der Heilige Geist gerade auch jener Geist, welcher dieses Vermögen hat und vermitteln kann. Er läßt Aufgängigkeit stehen und werden.
Er läßt Wunder wahr sein.