Donnerstag, 17. März 2011

THEOLOGISCHE EXKURSE II: Das Therapeutische des Kreuzes

                                           © Gisela Wichern,www.fenster-zum-himmel.de
"Er rief also in seinen Gebeten diesen Gott an und flehte inständig zu ihm, er möge ihm offenbaren, wer er sei, und ihm zu dem bevorstehenden Unternehmen hilfreich seine Rechte reichen. Während der Kaiser aber so betete und eifrig darum flehte, erschien ihm ein ganz unglaubliches Gotteszeichen, das man wohl nicht leicht gläubig hinnehmen würde, wenn ein anderer davon berichtete; da es aber der siegreiche Kaiser selber uns, die wir diese Darstellung schreiben, lange Zeit hernach, als wir seiner Freundschaft und des Verkehres mit ihm gewürdigt worden waren, erzählt und sein Wort mit Eidschwüren bekräftigt hat, wer sollte da noch Bedenken tragen, der Erzählung Glauben zu schenken, zumal auch die Folgezeit der Wahrheit seines Wortes Zeugnis gab? Um die Stunde der Mittagzeit, da sich der Tag schon neigte, habe er, so sagte der Kaiser, mit eigenen Augen oben am Himmel über der Sonne das Siegeszeichen des Kreuzes, aus Licht gebildet, und dabei die Worte gesehen: "ούτω νίκα", „Durch dieses siege!“ Staunen aber habe bei diesem Gesichte ihn und das ganze Heer ergriffen, das ihm eben auf seinem Marsche, ich weiß nicht wohin, folgte und dieses Wunder schaute."
Eusebius von Cäsarea , Das Leben Konstantins

Die europäische Geschichte, wie wir sie kennen oder noch gekannt haben, nimmt mit diesem Ereignis bekanntlich ihren Ausgang. In jener Atmosphäre aus glühender Schlachtfeldatmosphäre, Dringlichkeit und Bedrohtheit, glühend-tranceartig versenktem Gebet und einem höchstwahrscheinlich glühenden Wetter geht diese Erscheinung, erscheint diese Szene als das intrinsische Mal, als die geheime Festlegung dieses Kontinents und seiner Geschichte. Sie muß damit dann auch als eine Geschichte, und nur als die Geschichte?, des Mysteriums und des mysteriösen Siegens über und durch das Kreuz geschrieben und gesehen werden können. Vielleicht ist dann, wenn das geschieht, die Geschichte und die Bestimmung dieses Kontinent dann doch nicht vergangen und vorbei ohne daß  sie damit zu einem lauen  Dahingleiten auf den stillen Meeren der Geschichte verurteilt ist oder in sich hinein zu verschwinden hätte oder von Zeit zu Zeit hysterische Erweckungen und Peinlichkeiten nötig hätte, welche nur ihren eigentlichen Tod bestätigen. Aber das nur neben her. Mir geht es und ging es mit diesem staurologischen Text, also einem Text über das Kreuz und sein "Wesen", um etwas anderes.

Das Kreuz wird hier nicht als das "Siegeszeichen" gesehen. Es wird als das therapeutische und als das "Therapiezeichen" gesehen! (Ich will nicht gleich und bewußt nicht auf die Verwendung des dann doch bekannten und gebräuchlichen, aber auch am Anfang noch unbedeutsamen Begriffes des Heils und damit des Heilszeichens kommen.) Die Therapiehaftigkeit des Zeichens bedeutet aber nicht eine Nicht-Siegeshaftigkeit. Dieses Moment, das Moment des Sieges und des Siegens und des siegreichen Hervorgehens wird hier einfach noch ausgeblendet und nicht explizit thematisiert. Wie fern aber liegt es, es dann zu verwenden? ..dann wenn das Therapeutische und das Heilsame damit des Kreuzes vielleicht herausgesellt worden ist und sich erzeigt und/oder erweist hat.

Ich will deshalb diesen Text und diese Betrachtung bewußt "ganz niedrig" ansetzen. Ich will die Wirkung und dieses empirische Experiment soz. auf einer ganz elementaren Ebene betrachten, betrachtet sehen wollen und dort einschließen. Ich will also rein "naturwissenschaftlich"-unlebendig-schematisch und geometrisch soz. vorgehen wollen. Ich will ein einfaches Gesetz herausfinden und herausstellen, eine einfache mechanische Bewegung, oder ein einfaches mechanisches Verhältnis vielleicht doch (Ein Verhältnis, sage ich, und mit diesem als einem Verhältnis wird dann der ganze dynamische Zug anfangen und in ihm enthalten sein und sich befinden bis hin zu jener theologischen Darstellung und Lebendigkeit und Konkretheit der Lehre der Kirche und des gelebten Glaubens über das Kreuz und seine Heiligkeit heißt es damit und sein hochheiliges Gehemnis..)

Die strenge wissenschaftliche und "naturwissenschaftliche" Anordnung und experimententale Modellaufstellung sozusagen hat aber doch eine Voraussetzung oder einen ganzen "Berg" von Voraussetzung zur Voraussetzung, der dann doch nicht aus Exaktheits- und Redlichkeitsgründen in den Akten des Experiments unerwähnt bleiben soll und darf und der verzeichnet und notiert werden muß.
Er bedeutet eine Voraussetzung und "Unterstellung", Hypothese über das Wesen und die Beschaffenheit damit und die Verfassung des "kranken" und dahinsiechenden und unzulänglichen Leibes, jenes Leibes, der geheilt werden soll, jenes Leibes und jener Beschaffenheit, die vom Leid und der Krankheit und der Unzulänglichkeit und dem Siechtum befreit werden soll, wenn geheilt wird und das Heil hergestellt.

In diesem Fall bedeutet das Kreuz und das Kreuzigen, und das soll hier durchaus nicht und auf keinen Fall zynisch und verächtlich und verderblich gemeint sein, das Aufspannen und damit den Aufriß, die Öffnung und Eröffnung eines Insichverkauerten und -eingerollten. Sie bedeutet damit auch, auf eine gewisse Weise, sein Ende. Das Ende des Zusammengerollten und (schmerzlich vielleicht) In sich-Zusammengekauerten und Verletzt-Abgewandten oder Ratlos-Gewordenen. Das Aushauchen. Sie bedeutet das Aushauchen. Das Ende. Den Tod.

Sie bedeutet aber auch (als der Auf-riß) die Öffnung und die Auf-Stellung (welche, wenn auch über "den Tod" gehend und das Aushauchen), welche ja gerade das Zusammenballende und d.h. den Krampf, welcher die "Ursache" jener "Krankheit" ja war, öffnet und löst und so und aus dieser Aufreißung, den Raum in die Konstellation einführt, welcher ein freier Raum ist und als Raum das Gestell ist und das Koordinatensystem, um das sich als das Feste und Beständige und als das Weitesmöglich-Aufgespannte und das Nahestmöglich-Zusammengetragene der beiden engegengesetzten Dimensionen und Richtungen in ihrer Vierung das Jeweilige und das jeweilige Einzelne neu heil anordnen und formieren kann, in welchem das Kreuzhafte des Kreuzes (vorausgesetzt nur, daß es willentlich oder bewußt oder gewollt-mitgehend vollzogen wird und nicht in dem Widerstand seines Aufreißens sich verausgabt und somit wirklich in einem Ende verendet, das nicht mehr öffnet und das nur Implosion, Eingang und ein Verenden ist) für die Transformation jenes "Lebensgeistes" (und d.h. meistens des "Lebensgeistes" in einer bestimmten formativen Formierung und Bestimmtheit, als "Krankheit", "Problem", Sorge, bedrückendes Gefühl etc.) sorgt, welcher von der Unzulänglichkeit in die Eröffnung (und d.h. weitestmögliche Aufspannung nach allen Seiten: und das ist die geometrische Form des Kreuzes) und von der Eröffnung wieder in die Freiheit der Re-konfiguration, der Wiederzusammenbildung ermöglicht wird, welche das Kreuz eben und das Sehen des Kreuzes und das Übertragen des Kreuzes und des völlig Kreuzhaften auf das eigene "Fleisch" und das Annehmen des Kreuzes damit und der Problemlage und "Krankheit" und Sorge und seiner damit verbundenen Anverwandlung und Verwandlung zum Therapeutischen macht und damit zum Einzig-Therapeutischen eröffnet. Einzigtherapeutisch deshalb, weil es nicht nur heilt im Sinne einer Behebung der Symptomatik der Erkrankung, sondern weil es auch wandelt, weil es die ehemalige Krankheit in die Wohltat der Lösung und Annahme wandelt und d.h. öffnet, welche es in die noch größere Wohltat und das WUNDER damit des Heils verändert, welches ein neues Stehen aus der Kraft der Gesundheit und der Verwindung der "Krankheit" (welche im Augenblick der Einkräuselung eintritt und unweigerlich, wenn eine solche Lösung und Trans-formation nicht eintritt, welche eben aber offensichtlich nur über die "Kreuzigung" geschehen kann, zum Tode und zum Verenden und zum Einbruch führt) wenn also eine solche Lösung und Erlösung damit nicht eintritt) als der Verwindung des Todes und als ein Aufgehen und Aufgegangenseins eines neuen, eines neu zusammengestellten und d.h. gelösten und von jener Verkrampfung befreiten Lebens ist und d.h. gesunden und heilen Körpers ist.

Das Aufreißende, das Aufspannende und Öffnende und Vollendende damit des Kreuzes ist das Therapeutische des Kreuzes, welches in der Betrachtung für die Lösung und die Heilung sorgt und sie vollzieht und im eigenen Vollzug auf dem Weg des bewußten Aufsichnehmens des Kreuzhaften für eine Eröffnung des Beschränkten und Hinfälligen Lebens sorgt und für seine Eröffnung und Aufstellung in und als ein neues, größeres, erstarkteres und trotzdem nicht ein völlig und bezugslos Anderes, weil es nämlich das Alte Leben ist, welches durch die Erfahrung und die Wohltat der Aufspannung und Auflösung gegangen ist, und welches sich jetzt aus diesem neuen Geist und dieser neuen Erfahrung neu zusammen findet.

Das ist die kreuzhafte Rede des therapeutischen Seins des Kreuzes und des heilen und damit heiligen und ehrwürdigen und wundersamen (und selbst gnadenhaft verwandelten) Wesenswirkens jenes ehemalig teuflisch-bösen Tötungszeichens und Mord- und Bestrafungskonglomerats schlechthin.

Hier wird dann aber der Bereich des rein "Exakten-Naturwissenschaflichen" verlassen, weil jenes Gnadenhafte welches das Wesen des Kreuzes selbst verwandelt und es von einem Vernichtungs- zu einem Heilszeichen macht (es vom Gift ins Pharmakon wandelt), jene ursprüngliche Medizinart des und jenes verwandelnden Geistes kann dann nicht mehr so rein faktisch kreuzhaft (koordinatorisch) verhandelt und aufgespannt werden.

Das Therapeutische des Kreuzes und sein Heil und damit ein höchstwahrscheinlicher Sieg durch und über es zu höchst wahrscheinlich bleibt.

Was aber bleibt ist Heil.


Zusatz:
Praktisch bedeutet dies übertragen z.B. auf die symbolische Tatsache der leiblichen Krankheit oder psychischen Problematik des Lebens. Die therapeutische und d.h. heilsame und problem- und gebrechensauflösende Kraft und Macht des Kreuzes ist kein "nur Geistiges" im Sinne eines rein Metaphorischen, "Symbolischen" das dann aber doch keine Auswirkung und Verwandlungsmacht auf die direkte Materie hat, auf den Leib und die Verkörpertheit, in der wir "nun mal" sind als Menschen und die wir als Menschen sind.
Die Kraft und Macht des Kreuzes, welche eine physikalische Umstrukturierungs- und Heilungs- und Anverwandlungsmacht hat ist 1. hinlänglich schon erklärt und erklärbar aus der rein zeichenhaften Beschaffenheit und Konstitution, Konstruktion des Kreuzes als die Darstellung und Repräsentation der Schneidung der vertikalen und der horizontalen Dimension in einem harmonischen und optimalen Verhältnis. Dieses Verhältnis ist bei der Krankheit gestört, labilisiert und nicht vorhanden. In diesem Sinne er-innert das Angesicht, der Anblick des Kreuzes und der Kreuzung an jene Auf-stellung und Harmonisierung und Stabilisierung und ordnet sie im Augenblick der Betrachtung in das gerade aktuelle betrachtende Feld, welches somit in den Prozeß der Begradigung versetzt und zum Zustand der Auf-richtung als der erneuten Gesundung und Störungsüberwindung geführt wird, aus welchem die Heilungs- als Rekonvaleszenzphase erwächst, welche zur neuen und volleren Gesundheit führt.
In diesem Sinne ist die physikalische Ebene und Beschaffenheit des Kreuzes schon hinlänglich für die Erklärung und den Vollzug einer physikalisch-psychischen Anverwandlung als Re-stabilisierung auf dem Weg und in der Weise der harmonischen Einrichtung der Dimensionen, welche in dem Kreuz vollendet dargestellt ist und erscheint.
Die "Bereicherung des Kreuzes" aber um die Person des Gekreuzigten richtet eine unendliche Zusatzdimension ein und ermöglicht eigentliche Heilung und das Gelingen eigentlicher Heilung. Das Wissen und die Erfahrung der Hinnahme und des Aufsichnehmens des Leidens, des Durchstehens des Leidens, der Überlassung und der dann hervorgehenden am Auferstehungsleib offensichtlichen Heilung und Besiegung der Kreuzigung ist der Garant des Geistes in welchem die volle und eigentliche Heilung passieren und geschehen kann, der Raum der die physikalisch-psychische Wandlung birgt und sie dann in ihrem Vollzug bestätigt und/oder firmt.
Die physikalisch-psychische, auch die "gelungene" Heilung auf dem Weg der Aussetzung unter die Wandlungsmacht des Kreuzes kann auch einen eigentlichen Tod bedeuten, wenn z.B. das Physikalische "lebt" und das Psychische, aber der Geist, welcher es eigentlich belebt und ins Leben setzt und am Leben erhält nicht aufersteht, ausbleibt oder verstört bleibt.
Die Person des Gekreuzigten gibt dem Leidenden und Heilenden den Raum die physisch-psychische Umwandlung und totale Umstellung "bewußt" und d.h. personal (wenn auch mit der Kraft des Christus welche Gnade ist und genannt wird, welche wir von ihm, als dem ersten der den Tod bewußt überwandt und das unverletztliche Leben, die volle Gesundheit, wiedererlangte) zu vollziehen, um im solchen Vollzug auch geistig neugeboren zu werden und zu heilen und dann auch heil und im Heilen zu sein. Bishin zur Überwindung der Krankheit zum Tode.

Dienstag, 15. März 2011

THEOLOGISCHE EXKURSE I: Die Bestimmung des Menschen

Dieser Blog führt einen neuen Strang in das Betrachtungsgeflecht des Feldes der Entstehung der Welt ein. Alles schien mehr und mehr und zunehmend mit den letzten Einträgen darauf hin zu laufen, in etwas zu kippen, das vorerst mal ein Ganz-Anderes ist und eine Wandlung zu nehmen, welche alles scheinbar zu verwandeln droht und dann auch wahrhaft verklärt. Das Theologische ist kein Strang neben den anderen. Er ist gleich allumfänglich und zugleich ist er nichts, denn er verschwindet in und vor dem großen und reinen Licht und dem Lichtbrot, in dem er die WELT erscheinen läßt oder indem er die Welt ist und sich als diese übergibt, nicht aber ohne darin und in deren seitlich verschränkter, erstmals, Mitte seinen wahren und erhobenen und erhöhenden Platz zu finden und zugewiesen zu bekommen, von der ganzen Welt, welche ihm huldigt, zu ihm pilgert, sich um ihn nur versammelt, beiträgt und welches somit der Jubel und die vollendte Einrichtung der Welt ist.

Ich beginne diesen Strang mit einer kleinen Betrachtung


Über die Bestimmung des Menschen 


und anhand und durch einen Satz von Augustinus, welcher sich in seiner Bürgerschaft Gottes findet; genauer im 22. Kapitel des 12. Buches und welche lautet in der Übertragung von Wilhelm Thimme

"Seiner Natur wies er eine Art Mittelstellung an zwischen Engeln und Tieren. Wenn er, dem Schöpfer als seinem wahren Herrn untertänig, sein Gebot in frommem Gehorsam erfüllte, sollte er in den Kreis der Engel aufgenommen werden und, ohne erst sterben zu müssen, die selige, nie endende Unsterblichkeit erlangen; wenn er aber den Herrn, seinen Gott, unter Mißbrauch des freien Willens hochmütig und ungehorsam beleidigte, war ihm bestimmt, dem Tode überantwortet tierisch zu leben, Sklave seiner Lüste zu sein und nach dem Tode der ewigen Verdammnis zu verfallen." 

Ich will diesen, selbstredenden Text, vornehmlich unter einem bestimmten Aspekt betrachten, der für "uns" ("heute") interessant ist und d.h. aus einer anthropologischen und humanistischen ("humanistisch" verwende ich hier im heideggerschen Sinne als die Auffälligkeit der Reduktion und Konzentration des ganzen Seins auf und in das Bild des Menschen und auf und in das Menschenwesen) Perspektive aus besehen.
Ich betrachte ihn damit zugleich in einem Punkt und Verhältnis, welches zugleich die Würdigung des (Kirchenvaters) Augustinus bedeutet und beinhaltet und welche damit zugleich die Würdigung und Registrierung, (erneute) Erinnerung und die Heraustellung der darin enthaltenen und sie bedeutenden erweiternden, und d.h. kategorial! erweiternden, Erkenntnis ist, der Erkenntnis über die Bestimmung des Menschen nämlich.
Diese Erkenntnis ist nicht nur eine faktische Erkenntnis (daß-Erkenntnis). Sie ist auch eine einordnende und d.h. konkrete Erkenntnis (also materiale Erkenntnis), insofern sie nicht nur die Formalgründe und -verhältnisse erkennt, sondern insofern sie auch die Lebenswelt dieses Erkannten und damit als lebendige Erkenntnis wirklich ihren Gegenstand erkennt und vergegenwärtigt und in diesem Fall die Bestimmung des Menschen vor uns in ihrer Aufgehobenheit hinstellt und eröffnet und darbietet und darbringt. Das ist das Bewunderungerregende und das Ehrerweisungswürdige.

Dieses Verhältnis findet sich in der folgenden Herausstellung:

"Seiner Natur wies er eine Art Mittelstellung an zwischen Engeln und Tieren." und "(dadurch sollte er) in den Kreis der Engel aufgenommen werden und, ohne erst sterben zu müssen, die selige, nie endende Unsterblichkeit erlangen".


Hierin findet sich die spekulative Zuwachserkenntnis (kantisch korrekt würden wir von einer wahren synthetisch apriorischen Erkenntnis reden) über die wahre und aufgeklärte Bestimmung des Menschen, welche (natürlich nicht jedem) offensichtlich ist und als solche in ihrer Wahrheit sofort erkannt wird, indem sie selbstevident ist. (Sie ist es natürlich nur für den, welcher in einem bestimmten, sagen wir, positiven, grundsätzlich positiven oder auch nur empfangsoffenem Verhältnis zu jenem anderen großen Teil dieser Textstelle steht und welcher so zentral die Civitas Dei des Augustinus bestimmt, nämlich die Bedingungsangabe das obige: "Wenn er, dem Schöpfer als seinem wahren Herrn untertänig, sein Gebot in frommem Gehorsam erfüllte").

Das ist also die wahre und herausgestellte, offenbarte, schöpfungsmäßige und -geschichtliche und kosmologische und kosmopoetisch-kosmopolitische Bestimmung des Menschen:

Seine Anwärterschaft auf und seine gegenwärtige Vorbereitungsbestimmung für den Rang der Engel

(und damit Unsterblichkeit) (und damit auch zugleich Leibhaftigkeit und damit einer besonderen Engelhaftigkeit, muß hier eingefügt werden, denn nicht zufällig und vorübergehend und nur zur Prüfung und zum Mittel haben die Menschen einen irdischen Leib empfangen..).

Das ist der höhere und eigentliche Sinn des Menschenwesens und des Menschengeschlechts und das heißt wie er  gehört werden muß von den jeweiligen beiden Richtungen, Dimensionen und Konstituenzien her: der "irdisch-tierischen", niederen und der "überweltlich-geistig-engelhaften" und höheren. In der aufsteigenden Bewegung damit der Anverwandlung der Naturalität des Menschen und damit der Naturalität der Natur selbst und d.h. hier ganz konkret der Verwandlung von der endlichen, sterblichen und hinfälligen Natur und Physik und vergänglichen Geschaffenheit hin zu einer strahlenden, herrlichen, unvergänglichen, unversehrten und ungeschaffenen, ewigen Natur und Sinnlichkeit und Physik. Und in der absteigenden des Eingangs und der Verkörperung und Leidensannahme und Passivität über Selbsttranszendenz der reinen körperlosen Engelhaftigkeit und d.h Geistigkeit und Intellektualität und Willentlichkeit, Begehrlichkeit und Liebesfähigkeit, welche auf dem Weg ist endliche Unendlichkeiten, zeitlichbedingte Ewigkeiten zu schaffen, Darbietungen reiner Selbstgabe und -mitteilung, welche sie gottählich oder gar göttlich macht oder in jenen göttlichen Stand erhebt und zu ihm einprägt und einweiht.

Das ist als Beitrag zum heutigen Menschen und seiner Selbstverständigung und -aufstellung (seiner Vermittlung in der Diskursivität der rationalen Animalität und animalen Rationalität, der Würdediskussion und -besinnung seiner selbst, in mitten seiner weltlichen Aufstellung und seines weltlichen Lebens, welches zerklüfftet ist und konfliktiv selbstverschüttend zwischen seiner animalischen und vitalistischen Bestimmung und seiner freien-geistigen-würdevollen Bestimmung, seiner Geistigkeit und Gewissentlichkeit und seiner "schwachen und verletzbaren" Natur und dem Fehlen einer selbsterträglichen und in sich ruhenden und stimmigen und überzeugenden Zielrichtung und der Zweckhaftigkeit eines Vor-Bildes, dessen Verfolgung und bloßes Dasein dem Menschen und d.h. der Menschheit Ursache ist der Aufrichtung, der Befreiung und dann auch damit des Erfolgs, welcher schon in diesem Akt der Öffnung und des Aufblickens und des Erkennens und Annehmens seiner Bestimmung und seines Wesens besteht) hier eingebracht und eingestochen, als ein Pflock eines möglichen Gespanns und "des Zeltes", welches die neue mögliche oder die werdende und im Entstehen und in der Geburt und Zeugung begriffene Welt ist.
Es ist ein Beitrag der anthropologischen Aufklärung und der anthropologischen kosmopolitischen Aufrichtung und Aufstellung. Es ist somit, vom Hl. Augustinus, ein Aufriß und die Vorausbestimmung und kosmopoetisch-strategische Prägung der Geschichtsentwicklung und des Sinnes und Zweckes des Geschichtswerdens. Es ist eine Furche im Werden des herrlichen Leibes, welcher die Welt ist und welcher die Welt des einen Herren und Königs, Jesus Christus ist, welcher alles in sich versammelt und zu dem alles gehört und gehören soll und in dem alles geheiligt und d.h. vergöttlicht werden wird und sogar und gerade die Erde (und der menschliche Geist)!


Riegel und Öffnungen
Damit will ich nur noch kurz zu ein Paar anderen wesentlichen und ziemlich problematisch, und geschichtlich problematisch und konfliktiv gewordenen und sich darstellenden Begriffen und Verhältnissen kommen, welche aber wesentlich sind nicht nur für die hier angeführte und erwogene Stelle, sondern auch wesentlich sind und Türen sozusagen sind, Schwellen und Brücken für das rechte und mögliche Passieren dieser herausgestellten zentralen Offenbarung und Einsicht des augustinischen Textes und des realen Verhältnisses damit, den sie ausdrücken und vermitteln.

Diese sind: "dem Schöpfer untertänig", "sein wahrer Herr", "Gebot", "frommer Gehorsam", "Mißbrauch des freien Willens", "hochmütig und ungehorsam", "Sklave seiner Lüste".

Die Begriffe "Untertänigkeit", "Herr" und "Herrschaft", "Gehorsam", "Gebot" sind und stehen unter einer grundsätzlichen Diskreditierung, Negativbesetzung. Sie sind ja geradezu, heutzutage und in unseren Kreisen, welche aber auch nicht die wenigen Kreise sind, der Inbegriff und die Garanten und Prototypen des Negativen und Unannehmlichen!
Sie sind auf jeden Fall in einer solchen Projektivität Verhinderungsquellen und Sperren der Eröffnung jeglichen Segensreichen und auch dann natürlich des auch nur möglichen Nachvollzugs und Empfindens und Erfahrenkönnens einer solchen vollen Erkenntnis und Verhältnisangabe, welche an sich von unfaßbarer Bedeutung und Werthaftigkeit und Heiligung und Würdigung eben des MENSCHEN selbst ist!
Diese Begriffe sind die grundsätzlich mehr wie Verdachtbesetzten
und es ist einer solchen negativen Projektion vollkommen unmöglich das Erfüllende und Befriedigende und Rechte und Gerechte, Gute, Schöne und Wahre solcher und dieser Begriffe und d.h. auch immer Wirklichkeitsdarstellungen zu vernehmen.
Die Untertänigkeit wird nicht als eine Partizipation an und Aufgehobenheit durch unvorstellbare Güte, Wohltuendheit, Perfektion, aber auch "Menschlichkeit", Hingäblichkeit, und allgemein nicht als ein Betreten der Herrlichkeit, ein Anteilnehmen an ihr als der absoluten uns aufhebenden und aufnehmenden und damit emporhebendsten Vollkommenheit und Herrlichkeit eben gesehen. Der Gehorsam wird nicht als das Vermögen oder als der Sachverhalt des andauernden Vernehmenkönnens und Verbleibens in diesem Vermögen der Unendlichkeit gesehen und verstanden. Die Herrlichkeit, Herrschaftlichkeit und der Herr wird als der absolut Vollkommene und absolut Gute und Liebende und Freisetzende nicht in seiner absoluten Freilassungsfähigkeit, Aufnahme- und Versammlungs- und Vereinigungsfähigkeit und damit Heiligungs- und Vollendungsfähigkeit gesehen und damit gehabt.

Damit wird aber in einer ganz verderblichen und traurig-tragischen Weise die Anteilnahme am Vollkommenen und Vollendeten und dem Guten und Schönen und der Wahrheit der stimmigen Offenbarkeit selbst zerstört und abgewiesen und damit dann auch "vernichtet". In dem Sinne, daß sie dann einfach für den jenigen, der in einer solchen Glaubenswelt lebt, tatsächlich nicht mehr da ist,
bis sie sich "mühselig" hineinoffenbaren muß, oder wie ein Dieb bei Nacht einbrechen muß oder blenden und dann auch traurig beschämen muß beim unausweichlichen Anmelden und trotzdem voll und ohne jegliches Nachtragen und damit in und als volle Gnade frei beschenkt und ausgießt, um jene Vollkommenheit zu zeugen, um die es ihr nur geht und welche sie andauernd im Begriff ist herzustellen, weil sie nichts anderes als Dar- und Herstellung der Vollkommenheit ist.

Ein gesundes und versöhntes Verhältnis also mit diesen Verhältnissen und Begriffen und sozusagen Schwellenhütern ist somit so etwas wie der Weg und die Eröffnung jener seraphischen Herrlichkeit,
welche hinter den Worten der "Unsterblichkeit" und Ewigkeit und der Vollendung in einer menschlichen Engelhaftigkeit der Schöpfungsevolution wartet und sich bereit hält.

Ein geklärtes Verhältnis, welches wesentlich etwas mit dem Akt des Mündig- und Erwachsenwerdens, der Vollentwicklung des Menschen  zu tun hat, welcher den Stand der adoleszenten Rekursion und Repetition seiner Selbst- und damit Welt- und Schöpfungswahrnehmung endlich in die Erwachsenheit hineinstellt und verwandelt und d.h. in ein normales Verhältnis zu sich und seiner Bestimmtheit und "Endlichkeit" und Gewährtheit, dem darin enthaltenen gleichzeitigen Verhältnis zur Bedingungs- und Gewährungsfülle der Unendlichkeit und Unerschöpflichkeit seines Grundes, welcher ihn gewährt und frei stellt und sein läßt, sowie damit und in diesem Verhältnis mit der gleichzeitigen Offenbarung seiner Berufung und Bestimmung, welche in diesem eröffneten und hergestellten, normalen Verhältnis zwischen ihm und (seiner) Unendlichkeit besteht, als derselbige Augenblick derselbigen Erfahrnis völliger Aufgehobenheit, Geborgenheit, Getragenheit und Beschütztheit und dem  jener der damit verbundenen vollen und eigentlichen Ermächtigung.

Ein Spiegel verzerrter, unaufgeklärter Selbstbestimmung und Selbstwahrnehmungsbestimmung und ein erhöhter Antrieb und Anporn des Heraussprungs in und zu ihrer Erlangung und Erfassung.

Samstag, 12. März 2011

Der Spruch im Wandel "Gottes Ehre dein Heil"

Meditation der Befreiung

"Der Weisheit Anfang ist die Furcht des HERRN, und den Heiligen erkennen, das ist Verstand." 
Sprüche 9, 10

"Ein Mensch vermag, indem er sich weigert, Ihn anzubeten, ebensowenig Gottes Glorie zu mindern, wie ein Wahnsinniger die Sonne auslöschen kann, indem er das Wort "Dunkelheit" auf die Mauern seiner Zelle kritzelt. Aber Gott will unser Gutes, und unser Gutes ist, daß wir Ihn lieben (mit jener den Geschöpfen eigenen antwortenden Liebe); und um Ihn zu lieben, müssen wir Ihn kennen; kenne wir Ihn aber, dann werden wir in der Tat auf unser Angesicht niederfallen. Tun wir es nicht, so zeigt das nur, daß, was wir zu lieben versuchen, noch nicht Gott ist - obwohl es vielleicht die nächste Annäherung an Gott ist, die unser Denken und unsere Phantasie zustande zu bringen vermag." 
C. S. Lewis, Über den Schmerz 


Einleitung

Das Folgende ist eine Erwägung eines grundlegend revolutionierenden und freisetzend-befreienden Verhältnisses, des Mediums der Eröffnung und Erlösung unserer Welt und Wirklichkeitsverständigung, welches zugleich das Mittel und der Weg eines wahrhaften Zusichkommens und Wirklichwerdens ist.

Die Heil- und Errettungssprüche

Dieser Sachverhalt und dieses Verhältnis sind und finden sich gebündelt zentriert, gefaßt und strahlend entlassen einerseits um den Spruch:

„Gottes Ehre dein Heil“

und andererseits vollzugshaft („magisch“) geschehen z. B. in dem folgenden Gebetstext aus dem Stundengebet der Kirche (Oration der Laudes der 3. Psalterwoche), welcher lautet:

„Gott, du Quell und Ursprung unseres Heils, mach unser ganzes Leben zu einem Loblied deiner Herrlichkeit, damit wir einst im Himmel dich preisen können ohne Ende. Darum bitten wir durch Jesus Christus.“


Die Verortung – Methode und Stand

Es sollte noch vorweg gesagt werden, daß die Meditation als ein Weg der mittelnden Erschließung eine „weltliche“ ist. Sie hat ihren Ausgang im Denken der Welt und ist somit aus der vollen Weltlichkeit. Sie will insofern eine philosophisch-verstandesmäßige, also der Vernunft gemäße Rekursion und Meditation sein. Sie wird aber, das kann schon jetzt gesagt werden, eine transzendental-transzendierende, eine eingehend-ausgehende sein, weil sie es wird sein müssen. Das Transzendierende und Rückaufhebende ist somit wesentlicher Bestandteil (und gerade wesentlicher und vielleicht neuentdeckter Bestandteil!) unserer Vernunft, welche gerade darin bestehen wird, daß sie dieses Vermögen an ihr selber und als solche ein Vermögen zu einer solchen Überschreitung und zu einem solchen wahrhaften Eingehen ist.

Die Vernunft und der Weg der Gesamtheit der Vernunft beinhalten aber auch noch mehr.

Wesentlich eignet der zur Transzendenz fähigen und eröffneten, wahrhaften und absoluten Vernunft danach ein noch wundersameres und überwältigenderes Vermögen: Die wirklichkeitserfaßende und die wirklichkeits-grund-über- und -ein-steigende Vernunft (und somit als Vernunft der dann auch absoluten Transzendenz) ist wundersames, unaussprechliches, jubilatisches Vermögen und die Vernunft dann der Einfassung der absoluten Transzendenz, der Verkörperung, Fleisch- und Wirklichkeitwerdung der absoluten Transzendenz und der Absolutheit als das Vermögen und das Wundersein des Werdens absoluter Wirklichkeit. Die Transzendenz und die wahrhafte Transzendenz sind somit in ihrer Erfüllung und in ihrer Eigentlichkeit Gnaden der Schöpfung und der Neuwerdung und Überhaupt-Werdung der Wirklichkeit, welche erst jetzt allererst Wirklichkeit wird, weil sie wirkliche Wirklichkeit ist, aus einem wirklichen und d.h. Unverbrüchlichen und Beständigen und Immerwährenden und Allvermögenden und Gutschöpferischen Wirklichkeit ist.

Diese dritte Beschaffenheit und Wendung soll aber an dieser Stelle noch in ihrer expliziten Betrachtung ausgespart bleiben. Diese Betrachtung will und wird sich auf jenes zweite Ereignis der Transzendierung konzentrieren, aus der dann, wenn sie eigentlich und in Gänze vollzogen wird, die Gnade dieser dritten Wendung und Eigentlichkeit und Verfassung aufgehen wird und wie die Frucht sein wird oder wie das Ergebnis, der Erweis.

Die Betrachtung ist also, so wollte ich feststellend sagen, eine säkular-transzendentale. Sie ist eine kulturperspektivische und kulturreflektorische. Sie ist aber auch aus einer heilstherapeutischen Perspektive verfaßt, in Angriff genommen und entworfen. Es geht immer um die Erlösung und die Errettung und die Ermöglichung, Eröffnung und das volle Werden unserer Selbst.

Diese Betrachtung steht somit am äußersten Rand und im Innersten, an der fore front und im core unserer heutigen Welt, wie sie ist und was sie bestimmt. Sie empfängt diesen Spruch und den Segen schon im Vernehmen dieser und ähnlicher Sprüche, Eröffnungen und Weisungen und sie macht sich frei und auf den Weg, ihre Vollendung und ihre Erfüllung zu wagen.


Meditation

Den überaus segensreichen und kernkräftigen Spruch „Gottes Ehre dein Heil“ habe ich an einem Gedenkkreuz vor der Matthiaskirche in Berlin Schöneberg „ganz beiläufig“ gefunden (oder er ging mir dort dann plötzlich und zu einer gegebenen Stunde auf und fand mich oder fand den Herausruf und die Bestimmung der Stunde, nachdem ich ja unzählige Male davor an dem Kreuz vorbeigelaufen bin und auch das Kreuz als solches betrachtet und durchaus wahrgenommen hatte!!).
Ich weiß nicht, ob der Spruch ein feststehender Spruch der Tradition ist. Google spuckte keine Ergebnisse für den gesamten Spruch aus. Ich weiß auch nicht, aber ich kann es mir durchaus denken, daß der Gedanke und das Verhältnis, die in ihm auf den Begriff gebracht und eingefaßt worden sind, sicherlich zu dem unendlichen und zu Unrecht verschmähten Schatz des geheim-halbgeheim überlieferten Glaubensgutes gehören und wenn er das nicht tut in seiner Expliziertheit, dann muß sein aktualer Verfasser als ein wirklich genialer und prophetisch Inspirierter gelten, gelingt es ihm doch oder dem Spruch auf geradezu höchstem und eigentlichsten Niveau ein gesetzmäßiges, wesentliches und entscheidendes Verhältnis einzufassen und damit zu eröffnen und zur Offenbarung zu bringen und als Heilsspruch, wenn auch in dem betreffendem Fall sehr bescheiden und halbverborgen-entborgen ins Leuchten zu bringen und zur Verfügung zu stellen, als jenes Licht und als jenes geistige Brot, Manna, das eröffnend weist und das wahrhaft lebensnährend ist, sowie als Quell und Ausgang jenes Wassers, das als das lebendige und wirkliche Lebenswasser in der Lage ist, das wirkliche Leben zu tränken, jene Trockenheit, Dürre und jenen verzweifelten fast schon Brand zu stillen, um wahres Leben aufgehen und sprießen zu lassen.

Der Spruch ist ja ganz einfach und besagt etwas ganz Einfaches und Eindeutiges. Er sagt, daß:
Ein Leben, oder wenn das Leben, das in Gänze in der übermäßigen Gesamtheit der eigenen Lebensbesorgungen und -vollzüge, in ihrem verflochtenen und manchmal auch verworrenen und verstrickten Geflecht, System und Gesamt besteht und gerade darin besteht, immer mehr und mehr darin aufzugehen und alles in diesen faden-scheinigen Vollzug, diese Spinnerei und Einspinnerei überzuführen und somit darin eine absolute Eingelegtheit und Vertraulichkeit und Gemütlichkeit und Aufgehobenheit un Ein- und Geschlossenheit zu machen, daß ein solches Leben
  1. einerseits, ob einer solchen inklusorischen und dann auch eigentlich vereinnahmenden Vorstellung wegen, immer ein unheiles bleiben wird und wird bleiben müssen und daß

  2. sein Heil und d.h. seine Erlösung und Errettung, aber auch seine Eigentlichwerdung und d.h. dann auch die Vollendung seiner Selbstwerdung und d.h. die Selbstverwirklichung gerade darin besteht, daß es in einem solchen aufgehobenen und eingefaßten und alles einfaßenden und aneignendem systemischen Leben und Gesamtlebenssystem und in einer solchen wenn auch gedantlich vermittelten so doch einer Lebensgesamtnaturalität eine besondere Art und ein besonderes Funktiv des Lebensvollzuges und seiner Selbstverwirklichung einflicht, welche darin besteht, daß anscheinend einem ganz Anderen und Ursprünglichen und auch All-hervorbringendem und -erhaltendem und damit auch Unverfügbaren und an sich Freien und eigentlich Eigenmächtigem und trotzdem uns Entlassendem und Hervorbringendem und Bergenden und Wollenden und erlösen und befrieden Wollendem oder der vorstelligen Gesamtheit dieses gesamten Lebens, welches dann ein eigenständiges und unendlich unverfügtes und freies ist und wird, das auf einen zukommt und daß sie über einen ausgießt und entlässt oder das alles was ist, entlassen hat und wahrhaft aufhebt, „die Ehre erzeigt“ wird. Dies ist das Heil, unser Heil, das gerade in dieser Wendung und Ermöglichung und Handlung und Ertätigung besteht, so der Inhalt des Spruchs weiter. Diese scheinbar wiedersprüchliche Haltung und dieser scheinbar un- und/oder übersinnliche und eigentlich sinnliche Vollzug ist das Mittel und die Eröffnung und der Vollzug unseres Heil und d.h. der Vollendung unseres In-seins und unseres Lebens als unserer immanenten und eingreifenden Selbstverwirklichung, welche in der Immanenz als von einer absoluten Transzendenz sich eingerichtet findet und als in dieser Wahrnehmung und Anerkennung ihrer Verfasstheit vollziehend sich entdeckt, einrichtet und heilsam-erlöst und eröffnet anerkennt.

    In der Wendung „eigentlich sinnlicher Vollzug“ geht aber etwas davon auf, von woher der Ursprung einer solchen Einrichtung und Einsetzung sein muß. Weil er uns übersteigt und damit unser Zulangungsvermögen (weil er ja gerade das Widersprüchliche zu unserem eingefaßt-einfaßendem Selbst ist) muß die Einrichtung eine gnadenhafte Einrichtung und eine Gewährung und damit eine Gewährung des Heilenden selbst sein, welcher in diesem Weg unsere Eröffnung zu ihm eröffnet, einruft und zeigt, welcher der Weg unserer Errettung ist und unserer Befriedung und Erlösung von der Unzulänglichkeit und Unbefriedetheit eines bloß kreishaften Selbstverkehrs und -verzehrs und welcher somit eine Selbsteinrichtung einrichtet und eröffnet und aufgehen läßt, welche gerade dadurch sich erfüllt und zur Vollendung kommt, wo die Gnade gewährt wird oder aufgeht, wo das Selbst und sein Selbstvollzug nicht in diesem kreishaft geschlossenem Selbstverkehr und -verzehr und in dieser sicherheitgebenden Immanenz beruht (welche nicht das Unverfügbare in sich enthalten können, das aber jenes ist und sein wird, wie entdeckt wird, das das Leben ist), sondern welcher als das Selbst gerade in dem Vollzug der Anbetung und d.h. der Ehrerweisung jenes Vollen und Eigentlichen und Allmächtigen besteht, welches und welcher das Allverfügende und Entlassende ist und welcher als solcher gerade nicht verfügbar ist, sondern die Freiheit der Unverfügbarkeit und der Überflüssigkeit und des vollendeten Reichtums der Schöpfung und der Hervorquellung und -bringung und Heilung darstellt, welche uns jene Ehre erweisen und zu erkennen erlaubt, welche wir als die solchen Ehrerweisenden und Umversammelten und Anbetenden der Schein und das Walten jener Unverfügbarkeit und Freiheit und Schöpferischheit sind, welche in der Gnade um das Heil und die Vollendung bittend, diese Gnade und die Vollendung gerade eben in der Einrichtung und der Eröffnung und der Institution dieses Verhältnisses der Ehr-gebung empfangen haben, welche wir vollziehen oder welche sich an uns vollzieht und welche wir dann als das Zeichen und den Erweis des Heils darstellen. Womit wir bei der anfangs vermerkten dritten Wendung und Einwendung der Transzendenz- und Eingangsbewegung der Vernunft wären: Diese richtet und diese ist es gerade, die das Heil und d.h. die Wirklichkeit, als die heile Wirklichkeit einrichtet und in deren Vollzug und Mitvollzug unser Heil und d.h. Leben besteht. Dieses fängt aber mit dieser transzendentalen Eröffnung an und ist in diesem Verhältnis substanziell zur Ereignung und Darstellung gebracht.

Ausblick – Einrichtung, Erfüllung

Von hieraus kommen wir inmitten und aus dem Herzen und Glühen der Meditation fast ummittelbar zu jenem Stundenbuchgebet und sehen uns in die Notwendigkeit versetzt, seine Worte zu verwenden oder uns diese vorsetzen zu lassen zur Fassung dieser Unfaßbarkeiten, welche dann doch so real und wirklich sind und in welchen sich unser Leben wundersam eröffnet, verwandelt (transzubstantiiert?), indem wir für dieses Verhältnis keine anderen Worten verwenden könnten als die:

„ mach unser ganzes Leben zu einem Loblied deiner Herrlichkeit“

Das Leben wird in einem solchen Zug der heilshaften Ehrerweisung vor dem „Gott“ als der unverbrüchlichen und unverfüglichen Ganzheit und Andersheit und Schöpferischheit und jenem, welcher uns und alles was unser ist, als die Gesamtheit hervorbringt, hervorbringen muß, liebend entlassen und gewähren muß, welcher uns freisetzt, welcher uns gerade zur Gänze und d.h. in unserem Heil und in unser Heil (und d.h. wie wir eben gerade gesehen haben, unser Leben) freisetzen will, in die Freiheit und Eigentlichkeit dann, welche darin besteht, „unser ganzes Leben zu einem Loblied“ zu machen, zu einem Loblied (Das Leben ein Loblied sein und werden zu lassen und eröffnen, welchen größeren Erweis des Heils kann es geben als ein solches sich unentwegt und unverfügt erfüllendes, von Ewigkeit zu Ewigkeit, von Seligkeit zu Seligkeit gehendes Leben?) als dem Lobpreis dieser alleinrichtenden und heilen Herrlichkeit, welche die Herrlichkeit des Gottes ist, welcher der Garant ist unserer Gesamtheit, unserer Freiheit und unverfügbaren Einrichtung, welche aber trotzdem eingerichtet ist und entlassen und behütet entlassen, wenn auch frei, dann aber auch vollendet in dem Heilsspruch und dem Heil der Eröffnung in sein Lob, welches das Lob unseres wahren Selbsts ist, des lobenden Selbst, das die unvorstellbare und die unverfügbare und die trotzdem allheile und umfänglichste und allvermögendste, weil all-frei-liebendste Schöpferischheit und Seiendheit und damit Göttlichkeit des Gottes lobt, aufrechterhält, unterstützt und damit in ihm, mit ihm und durch ihn das Alles vermag und alles hat und an allem Anteil hat und alles bekommen hat und an der unendlichen Vermögendheit und der Ewigkeit teilnimmt als dieses lobend eröffnete, vorstellige und einrichtungsfreie Leben, welches eins, wenn die Fülle des Lobes- und d.h. Heilsvermögens erfüllt und erreicht ist, im Himmel preisen wird,

„im Himmel Dich preisen wird ohne Ende.“

Himmel! Die Erfüllung und Vollendung der Wirklichkeit.


Ende der Meditation. Anfang.


Zusätze:

1. Lob als Mittel der Reinigung und Vollendung Das ermöglichte Lob öffnet die "natürlliche" Geschlossenheit des Systems und erweist es aus dieser vorstelligen Öffnung vor das Reine, Unbedingte und das Gute als solche, oder als den Vollzieher allen dieses, al den Guten, Allmächtigen, in seiner Art als mangelhaft und auch "verschattet", "vernebelt", in Unzulängliches bis Verderbliches verstrickt, "besudelt" und unheil (d.h. auch das Heil nicht denken könnend!).
Das Lob und der Herausstand vor dieser externen rein guten Macht reinigt eine solche Schöpfung und Realität an sich und bringt sie zur Erkenntnis der notwendigen Vollkommenheit jeder Schöpfungsnatur als von eben diesem Schöpfer als gut und sinnvoll und vollkommen geschaffen. (siehe die Lehre des Heiligen Augustinus hierzu vor allem z.B. im 12. Buch der Civitas Dei) 
Dies animiert erneut die Klärungs- und Reinigungskräfte und d.h. die Einsicht und über dieses das Leben oder v.v..
Das extatische Lob ist in diesem Sinne auch Mittel der Reinigung.

2. Das Lob offenbart und reflektiert die wahre Beschaffenheit der Wirklichkeit Warum aber gerade "Lob und Preis" als die endgültige Wirklichkeit der Anbetung Gottes, als dieses ursprunggewährenden und anfänglichen Bedingens, Hervorbringens, Gewährens und Bergens von Allem?
Das kann man fragen. Es wird aus dieser Spiegelung und Reaktion, welche das Lob ist, aber das Wesen und auf die Verfassung der Schöpfung zu schließen sein, welche dann jenseits der Vernebelung und in ihrer Eigentlichkeit und Tatsächlichkeit ist. Sie ist schlicht eine Überwältigende. Deswegen kann ekstatischer Jubel und Freude nur die richtige und angemessene, natürliche Reaktion auf ihre Gewahrung sein. 

3. Gotteslob als das Heilende Aus dem Lobpreis Gottes um Augenblick des Versenktseins im Feuerkessel der drei Jünglinge beim Propheten Daniel (3,57-88), also just und genau in dem Augenblick des Übel und des Verderbens und der Vernichtung, wird das Lob als das Heilende und als das heilende Retten offensichtlich.
Das Gleiche in der Weise der völligen Lebensrettung und -heilung der Todesverfallenheit und -bestimmtheit des Lebens gilt für den am Kreuz sich übergebenden, gekreuzigten Jesus, welcher trotz der Verlassensfrage an den Vater der Bestimmung folgt und (in lobendem Vertrauen, also in jener Art des Lobs, welche die höchste ist, als Lebensvollzug und -darbringung) seinen Geist in den Schoß des Vaters anempfiehlt und sich so in lebensschaffender und ewig hervorbringender Ewigkeit bergend rettet und vom Tod zum (noch größeren und eigentlich werdendem) Leben heilt.
(Hier hat "das Böse" und Unzulängliche in seiner Abschneidung und Opferung und seinem Aufsichnehmen dann noch die Aufgabe von der Verwechslung ("Leben ist Tod.!") zu befreien und zum Eigentlichen zu öffnen ("Leben ist Leben. Es ist auch durch Tod nicht zerstörbar. Das Leben besteht aber auch in der Aufgehobenheit und Geborgenheit und völligen Ausgerichtetheit an dem Vollkommenen, Guten an sich, des Gottes.) (s. THEOLOGISCHE EXKURSE II: Das Therapeutische des Kreuzes)

Donnerstag, 2. September 2010

Selbstverständigungen der Freiheit

Versuch der Anverwandlung, Verwindung und Selbstübersteigung, Erfüllung der neuzeitlichen Freiheitsfigur als Abstraktionsfreiheit hin zur konkreten Freiheit der Erfüllung

"Wo aber der Glaubensakt durch unmittelbare Einwirkung der offenbarenden Gnade auf den Willen hervorgerufen wird, könnte der Einwand erhoben werden, daß der Wille dann nicht frei sei und in einem solchen Fall das heiligste und höchste Gut des Daseins – die Freiheit, ohne die es keine Moralität geben kann – fehle. Was ist aber Freiheit? Dem Vagabunden, dem Zigeuner, dem Nomaden ist sie die Möglichkeit des Schweifens, die Zaun- und Mauerlosigkeit für freie Bewegung im Raum; dem ansässigen Bauern ist sie die Herrschaft oder Selbstbestimmung in seinem Haus, auf Hof und Feld, dem aufgeklärten Humanisten bedeutet sie „wissen, was man tut – und tun, was man weiß“ - Autonomie des Bewußtseins und Selbstverantwortlichkeit. Für den Gottsucher ist Freiheit die Erfüllung der Gelübde des Gehorsams, der Keuschheit und der Armut, damit er, frei vom Eigenwillen, den Willen Gottes erfülle, seine Freiheit ist in dem Gebet zum Ausdruck gebracht: nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe. Wenn nun sein Gebet erhört wird und die göttliche Gnade sich dem nach Gehorsam lechzenden Willen des gottliebenden Menschen unmittelbar offenbart, ist er dann unfrei? In der Liebe ist überhaupt alles frei. Da gibt es keine Pflichten, die mit Ach und Krach erfüllt, keine Opfer, die unter Zwang gebracht werden – da gibt es nur die Freude des freien Schenkens und Beschenktwerdens.

Es gibt, wie wir sehen, viele Stufen der Freiheit. Aber die höchste ist die der Liebe. Da ist die Freiheit am vollkommendsten. Darum ist die Liebe das einzige im menschlichen Dasein, was nicht gefordert werden kann und darf. Man kann Pflichterfüllungen, Mühe, Wahrhaftigkeit, Ehrlichkeit, Gehorsam fordern, nie aber Liebe. Sie ist und bleibt für alle Zeiten das jedem Zwang unzugängliche Heiligtum der Freiheit. Darum ist das höchste Gebot: Liebe Gott aus allen Kräften und den Nächsten wie dich selbst – eigentlich kein gebietendes Gebot, sondern eine gottmenschliche Bitte. Denn Liebe kann nicht geboten, nur erbeten werden.“

Valentin Tomberg, Lazarus, komm heraus


Die Moderne Freiheit
Freiheit ist ein wesentliches, wenn nicht gar das wesentliche Verhältnis und Schlagwort der Neuzeit und Moderne. Moderne und Neuzeit ist geradezu, was sich als „Freiheit“ ereignet.

Der folgende Text sollte eine Meditation und dann Selbstbetrachtung der Wesenheit der Freiheit sein, wie sie erscheint und sich verwirklicht. Er soll insofern ein Beitrag zur kulturphilosophischen Selbsterfassung und Selbstverständigung der Zeit und der Neuzeit sein.

Option der Freiheit
Freiheit ist eine Möglichkeit. Das ist die These. Geschichtlich bedeutet dies, daß wir uns mit unserer Verwirklichungs- und Werdungsweise der Freiheit und der Freiheitsfigur, welche zeit- und raumbestimmend geworden ist in der Moderne und als Moderne in einem Stadium des Werdens der Freiheit befinden, in einem Stadium ihrer Potenzialmöglichkeit und Vorläufigkeit. Noch ist Freiheit oder die Figur der Freiheit selbst nicht das geworden, was sie eigentlich ist, wenn sie geworden ist, also realisierte, verwirklichte Freiheit. Sie befindet sich noch im Zustand einer Möglichkeit, eines Optativs. Sie ist noch, wenn auch ein in die Welt getretenes so doch ein Versprechen. Als solche ist sie noch nicht, sie in ihrer Grundverfassung und in ihrer Paradigmatik, die zu sich gekommene Freiheit und Figur der Freiheit, Freiheit in ihrer Vollendung, wo Freiheit aller erst Freiheit ist.

Abstrakte, allgemeine, neutrale Freiheit
Damit einhergeht die These der kulturgeschichtlichen Abstraktivität des vorherrschenden Freiheitsgrundverständnisses, bzw. die These von der Abstraktivität der Form und Figur der wirklichkeitsbestimmenden und -bildenden Figur der Freiheit, welche als solche einen unvollkommenen und antagonalen und unerlösten Zustand des Zerfalls der Freiheit in Freiheitsfaktizität, Singularität der Freiheitsakte (und ihrer Aufzählung) und Freiheitsabstraktivität als abstrakten unbestimmten und unbestimmbaren, bestimmungsoffenen Wert oder eine bestimmungsoffene Idee oder Postulation generiert, welche als ontologisierte abstraktivierte Freiheit, Faktizität und damit Unfreiheit wird an ihr selber oder eine bestimmungslose Bestimmtheit, welche Freiheitlichkeit in Unbestimmtheit, Beliebigkeit und Blindheit verkehrt und somit Freiheit selbst zerstört, zerstörerische Freiheit wird (zumal immer schwieriger wird, schöpferische Freiheitsakte und -gesamte zu setzen oder werden zu lassen, in welchen Freiheit schöpferisch und produktiv verwirklicht und aufgehoben und angezeigt, repräsentiert ist; sich als verwirklichte Freiheit (realsymbolisch) realisiert und ereignet.)

Mit dieser Freiheit oder diesem Paradigma der Freiheit ist eine Figur der Freiheit skizziert, die bis heute wirklichkeits- und zeitprägend ist und aus der Wirklichkeit und Zeit generiert wird, wenn Generation aus einer solchen Figur möglich ist, was hier (teilweise) negiert wird, solange nicht eine grundsätzliche Wandlung in der Grundfigur der Grundfigur selber vollzogen ist oder sich vollzieht, welche die Freiheit in eins zu sich kommen läßt und verwirklicht, erfüllt, aber auch aufhebt, perfektioniert, um vollendete Freiheit zu sein, in welcher sie nicht mehr Freiheit ist, sondern etwas was auf eine Ordnung der vollkommenen Freiheit ausgeht oder diese ist, in welche andere Werte und Maßstäbe maßstabgebend und wertvoll werden, ohne die Freiheitlichkeit vernichtet zu haben, ja sie sogar (vielleicht über eine Weise der Vernichtung), wie gesagt, vollendet, perfektioniert zu haben.

Es ist die Freiheit der ersten Stufen der Freiheitlichkeit, in welcher die Faktizität der Freiheitlichkeit und die Werthaftigkeit der Freiheitlichkeit auseinanderfallen und unter der Gefahr ihrer verdinglichenden Ontologisierung oder Hypostasierung oder Betonisierung an einen Zustand heran gebracht werden, je mehr sie sich erfüllen, sich um so mehr in einem diabolischen Sinne aufzuheben. Beliebigkeit oder eben Gleichheit der Allmöglichkeit und damit Gleichgültigkeit zu werden,
welche aber wesentlich mit dieser noch nicht gewordenen Figur der Realgestalt der Freiheit zu tun hat, welche werden will oder welche aufgetragen ist.

Diese und eine solche Freiheitlichkeit ist eine, so eine bewußt zuspitzende These, protestantische Freiheitlichkeit. Sie beruht auf dem unbedingten und radikalen und vergangenheitsnegierenden und absolut neusetzenden und neuanfangendem (Neuzeit!) einer absoluten und aber auch bestimmungslos-abstrakten Setzung, einer Univozität, welche erst im Laufe und gegen Ende ihrer Ausdifferenzierung ihre Aporizitäten und Problematizitäten anzeigen,
um sich von daher in einen anderen, mittleren Grund zurückzuentwickeln, welcher jene behauptete und erwünschte Univozität und Abstraktivität und Unbedingtheit zu einer Analogizität (Entsprechung) und Konkretivität und Bedingtheit (des Unbedingten) zurück (vor) entwickelt, so die programmatische These, welche jene abstraktiv-optative Form der Freiheitlichkeit real erfüllt oder inversiv übersteigt oder übersteigend erst zur wirklichen Freiheit als dem wirklichen Freiheitsvollzug und der Freiheitswirklichkeit und -realität als freiheitliche Gestalt bildet.

Inwiefern ist Freiheit in all ihrer Unbedingtheit und Unbestimmtheit (Offenheit gerade der Wahl der Möglichkeiten und auch ihrer Wahl) einer realen Ordnung fähig und möglich, einer realen, gestalteten und bestimmten Bildung und Figuration, welche eben immer schon eine Bestimmung, Entscheidung, Festlegung damit ist und somit eigentlich (von jenem anderen Sinn her) aufgehobene Freiheit, das Ende der Freiheit?
Wie ist eine Bestimmtheit der Unbedingtheit und eine unbedingte Bestimmung möglich? ist die eigentliche und insistierende und die realinsistierende Frage. Wie ist eben die Vollendung der Freiheit und damit das eigentliche Werden der Moderne, der Neuzeit, ihre eigentliche Verwirklichung, ihr eigentliches Herauskommen und Werden möglich?
Das ist die Frage von geradezu apokalyptischen Ausmaßen und Schwierigkeiten und Herausforderung. Ein Anspruch erneut absoluter Generation und Werdung. Eine Revolution auf ideeller und ontologischer Grund- und Ultimaebene. Eine implizite Revolution des Seins, der Ideoontologie des Seins, ein Wandel der Grundgestalt des Seins und Lebens als Wandel der Freiheit und des Freiheitsdenkens hin zu einem Freiheitssein, zu einem Erfüllungssein, als Wandel hin und Werden eines Seins und Lebens und der Figuration, der Erfüllung, konkreten Bestimmung und Einrichtung ihrer selbst als unbedingte und vollendete und umfassende und grundlegende Einrichtung (jene welche das Besondere im Allgemeinen aufhebt und somit eine Einzelnheit werden läßt, welche ein besonderes Allgemeines ist, welches ein allgemeines Besonderes ist und diese zusammen dann eben ein Einzelnes, welches genügt und befriedigt und absolut zufriedenstellt).

Die Frage ist also nicht die eines Zurück vor die unbedingte Möglichkeit der Pandorabüchse der Freiheit in voreröffnete dingliche, historische, werthafte Partikularitäten, wenn sie auch als mögliche Paradigmata dienen können, in welchen das verwirklichungsstrebende Interesse Formen der Vorverwirklichung entdeckt, welche nun aber als mögliche Vorgaben der Realisation dienen können auf einem allgemeinen Maßstab, weil sie in sich selbst explikativ, evident und selbsterklärend, umfassend sind oder sein können und welche uns die Geschichte, die Offenbarung somit, als größte Schätze, wieder neugefunden und damit aller erst verstanden, frei schenkend zur Verfügung stellt als vorgehaltene, vorgreifende Erlösungen eben.
Die Frage und die Aufgabe geht viel mehr auf einen Fortschritt, auf einen nach vorne gewendeten Überstieg und Selbstüberstieg der Möglichkeit der eigenen und potenziellen Aufstellung, auf ihre Apokalypse, auf ihre Enthüllung und Offenbarung, auf ihre Verwirklichung und Vollendung hin. Sie begeht das Wagnis der Realisation, der Vollendung und der Erlösung somit.
Freiheit realisiert sich selbst.
(Eine kleine Zwischennotiz ist notwendig, um die Bedingungsmöglichkeiten der Freiheit zusammenzufassen.
1.Freiheit und Freiheitsdenken bestimmt sich „heute“ (also epochal, neuzeitlich) wesentlich aus dem Sachverhalt negativer Freiheit von „heteronomer“ Zwangs- und Fremdbestimmung höherer überpersonaler (göttlicher, religiöser, kulturaler, gesellschaftlicher, staatlicher) Mächte. Auch wenn diese Komponente außerphilosophisch ist, so prägt sie wesentlich und immer schon die Grundmetapher und den Begriff von Freiheit, der dann philosophisch aufgelöst und ergründet werden mag.
2.Freiheit und Freiheitlichkeit hat immer wesentlich zwei Dimensionen, die das Wesen der Freiheit ausmachen. Die kontingente und die unbedingte Dimension. Beide sind immer wesentlich gleichzeitig anwesend, wenn wirkliche Freiheitsakte geschehen (oder verdeckt werden).
3.Es gibt so etwas wie eine absolute Begründung und Erscheinung oder Bündelung der Freiheit in einem absoluten Freiheitserscheiungungsakt, welche Folgefreiheiten begründet, eröffnet, möglich macht und bündelt.
4.Vollentfaltete Freiheitlichkeit hat eine bestimmte Ereignis- und Erscheiungsstruktur.)


Die methodische Optimation. Weg von der Maximation zur Erfüllung
Ein anderes Grundmuster oder ein anderer Grundverlauf in den Verlauf oder die Dynamik der Entwicklung und des Ganges auch dieser Untersuchung und Erörterung wird eingeschaltet oder ist notwendig.
Er besteht in einer eigentümlichen phänomenal-empirischen Erkenntnis und Feststellung.
Trotz der Vorwärts- und perspektivisch-infinitesimalen Ausrichtung und Einschwörung der Verwirklichungsbewegung der Freiheit und gerade wegen und in ihrer scheinbaren und dezidierten Abwendung und Abschneidung von einer restaurativen Möglichkeit, welche die Potenzialität romantisch oder scheinbar unterschreitet und somit neogotische, neoklassische Luftschösser baut, scheint sich doch der Ort der Akkumulation und des Ereignisses gerade und vor allem unter Bedingungen der Maximalisationsforderung und Maximationseinschwörung wo anders zu ereignen als am Ort (dem jenseitigen?) des Maximums. Dieser ist oder scheint gar nicht real zu sein und wirklich. (Das bedeutet nicht, daß er eine bloße Projektion und nicht wirklich ist. Ich sage nur, daß sich gerade dann der Ort des Geschehens, also das wo etwas geschieht, gerade wo anders und nicht am Horizont ereignet. Die Akkumulation akkumuliert und konflingiert und insistiert und beruhigt sich im Zuvor des Maximums und des Horizonts, in der Vorläufigkeit, in der Unterschreitung, im Hier, im Hier und Jetzt, in der Gegenwart (könnte man sagen). Es ist aber eine differenzierte Gegenwart könnte man sagen, eine eröffnete Gegenwart, eine Gegenwart, die keine Punkt mehr ist, keine bloße Grenze, die dann auch nicht mehr ist. Es ist eine Gegenwart, welcher ein Empfangs- und Aufbewahrungsraum ist, eine eröffnete Zeit. Der Ort ist also ein eigentümlicher Ort, der als solcher der Mitteort ist, die Mitte, in der und in dem sich alles sammelt und ereignet, was sich am Horizont der absoluten Verwirklichung scheinbar ereignet oder zu ereignen hat, was sich dort auch ereignet, nur daß es sich hier ereignet, hier angesichtig und haptisch wird, hier Wirklichkeit und Realität wird. Jene Wirklichkeit, die die Wirklichkeit und der Ort der Realisation der Freiheit ist, welche hiesig, vorläufig, einen Schritt immer weniger als im jenseits des Horizonts ist, ein immer Diesseits bleibt, wenn auch er über jenen Horizont geht, oder aus ihm etwas (wenn es auch nur der Überstieg wäre) hervorholt oder hervorgehen, akkumulieren läßt, welches sich in jenem vorläufigen Ort, dem zentrierten Mitteort, einfindet und lagert, akkumuliert. Die Realisation des Maximums scheint (ob das die conditio humana oder die conditio creationis ist) immer „nur“ eine Realisation des Optimums sein zu können, eine Realisation der Mitte, welche auch eine ekstatische, eine extreme, eine intensive und insistente sein kann, welche aber immer eine eigentümliche Sammlung und Versammlung ist, ein Becken, ein Sammelbecken, aus dem und in dem dann alles wird, was der Horizont ist, was die Freiheit als die reale Freiheit ihrer Zeit und Unbestimmtheit realisiert und verwirklicht, welche Realisation und Verwirklichung sie somit selber ist, weil diese ihre Optimation, dieses ihr Zurückfallen in das Becken der Mitte, mehr ist als der bloße (wenn auch maximale) Aufschwung in die Unwirklichkeit der Maximation oder der puren sog. Transzendenz (eine Unwirklichkeit die durchaus real und wirklich ist und aus der sogar alles ist und welche als solche auch gewagt und unternommen werden muß und soll und werden kann, welche aber dann auch noch mehr ihrer selbst wird, wenn sie erneut eine Möglichkeit und damit dann Wirklichkeit ihrer selbst aus sich selbst entläßt und setzt und sich somit als jene gemittelte Wirklichkeit entläßt und schenkt und wird, in welcher sie zur Erfüllung, zur Beruhigung und zur Freiheit (auch von ihrer Potenzialität) kommt.)
Man könnte diese Eigentümlichkeit auch wie folgt formulieren:
Das Meiste ist weniger als Alles.
Oder
Das Meiste (wirkliches Maximum) ist gerade die Mitte und der Rückschritt und die Einbettung (Optimation) des Gesamten und des Alles (mögliches Maximum).

Die Mitte aber wird sie (die unbedingte Maximation) als die sich freischenkende und liebend daseiende, allverfügende und allmitteilende Mitte und Möglichkeit (und damit Wirklichkeit) und Kapitalisation, aus welcher (und aus der Mitteilung und Kommunikation an und mit ihr) alles wird, entlassen und eingeholt wird, das somit das realisierte und angezeigte Alles ist.
Sie ist jene Bestimmtheit die als die Bestimmtheit der Unendlichkeit (der dynamis, der Möglichkeit, der Potenz) gerade darum das mehr (unendlich viel mehr) als das Bestimmte ist, obwohl es das Bestimmte bleibt und ist, in welchem sich aber alles (das Unbestimmte) hineinbinden und versammeln kann und das dieses alles aufnehmen kann (somit seine Unendlichkeit bezeigend). Sie ist jenes reale oder goldene Allgemeine, das konkrete und personale Allgemeine, welches die Einholung und die Verwirklichung und die gleichzeitige Bindung und Aufnahme der Allvermögendheit (bishin zur gestalthaften Bildung) der Freiheit ist, welche dann konkrete Freiheit geworden ist und weil die Wirklichkeit wesentlich eine selbstbewußte, personale Dimension hat, eine konkrete personale Freiheit geworden ist.


Möglichkeit des Denkens der Verwirklichten Freiheit
Wie ist aber Freiheit material denkbar? Ist Freiheit material denkbar oder ist nicht vielmehr der formalistische Freiheitsbegriff Kants der ultimative und schon optimale Freiheitsbegriff der Freiheit, insofern als Freiheit eben nicht material ausformuliert werden kann, insofern Freiheit, wenn sie Freiheit ist, immer Möglichkeit der Freiheit ist, Option, Handlungsmöglichkeit und somit nicht anders als Ermöglichung und d.h. unsichtbar letztlich als Freiheitspostulat optimal formuliert werden kann, in einen Raum (total unbestimmten Raum) hinein, in welchem sie ihre Taten setzt, welche Freiheitstaten sind (welches sie aber bei Kant nur dann und so lange machen kann, solange das Andere der Freiheit, die Naturnotwendigkeit vorhanden ist, gegen welche und an welcher sich die Freiheit eben als Moralität und Spontaneität ereignet oder abarbeitet oder abkämpft. Freiheit ist hier Kampffreiheit. Die Frage nach der realisierten, der Verwirklichten Freiheit wird in ein Jenseitsreich verschoben oder jenseits der Verflüchtigung der Abstraktion geschoben, dieseits welchen nur bedingte Freiheiten, Aspirationen und Kämpfe sind, Bemühungen um die Realisation des Ganzen, das nicht werden kann und darf und das nur ein Gott oder die Freiheit selbst frei verfügen und eigenmächtig einrichten kann und setzen.)


Das mögliche Kriterium der Prüfung des vollendeten Freiheitsbegriffes und -vollzuges: Freiheit die freiheitsermöglichende (schöpferische) Akte setzt.
Die Aporien und die antagonalen und die antinomischen Konstitutionsbestimmungen der Freiheit sind solche, die zur Freiheit und Freiheitsfigur gehören. Freiheit hat an ihr wesentlich jene absolute und unbedingte Abstraktivitäts- und Allesermöglichungs-, eben im populären Verständnis des Begriffs, freiheitliche Dimension. Sie ist wesentlich jene Beliebigkeit, Offenheit. Sie ist aber auch die mit dieser Beliebigkeit und Offenheit und aus ihr und ihrer Abstraktheit resultierende Ereignung der Komplexionen und Konflikte und Zusammenbrüche und Zerstörungen, Negationen ihrer Antagonale und Entbundenheiten. Sie ist als solche wesentliches Unvermögen der eigenen autonomen Selbstaufstellung. Sie ist an sich Zerstörung, Auflösung, Verhinderung und Selbstverhinderung. Unvermögen der kreational-schöpferisch-morphischen Aufstellung und erst recht Konstitutionalisierung und Ontologisierung, Verwirklichung ihrer selbst als des Gesamts. Diese Dimensionen und Beschaffenheiten und Ereignis- und Verfassungsebenen sind ihr wesentlich und eigentümlich, sie sind Bedingungen der Möglichkeit oder des Geschehens und des Ins-Werk-Setzens einer dritten Dimension des Freiheitsgeschehens und -ereignisses, welches ich das unbedingte Freiheitsereignis nennen möchte. Dieses besteht gerade in der Betrachtung und der Konzentration auf das Einrichtungsverhältnis absoluter und unbedingter Freiheit, welches sich dann aber auch immer im Verhältnis des Unbedingten und Bedingten ereignet, in der Weise seiner Einrichtung und Möglichkeit, bis hin zur Weise seiner optimalen Einrichtung, der optimalen Einrichtung des Absoluten-Kontingenz-Verhältnisses der Freiheit. (Diese Betrachtung der Realisationsweise und Konstitutions- und Wirkweise der Freiheit entspricht einem dreigliedrigen Betrachten z.B. eines Hauses. Auf der „ersten“ Stufe existiert das Haus in der unbedingten Trennung von Plan und Stein. Auf der zweiten als Statik und Dynamik des Baus und des Standes. Die dritte ist aber die autonome Ebene des „Hauses“ selber, welche die beiden ersten als Komponenten ihrer selbst beinhaltet und welche aus ihrem Wechselspiel und durch es hindurch oder immer schon das Haus des Hauses hervorbringt und möglich sein läßt und welches das totale Ereignis des Hauses ist, das mal entborgener und mal verborgener, mal insistierender und mal zurückhaltender in der Selbstbehauptung sein kann.)
In welcher Weise realisiert sich nun jene Ebene 1 und Ebene 2 oder richtet sich so ein, daß die Ständigkeit und doch gleichzeitige Wohnlichkeit des Hauses gegeben und ergeben wird? Was ist die Strukturfigur dieser Einrichtung, noch bevor man die Eigenpräsenz der Ebene 3 annimmt, sie aber in ihrer wenn auch abständigen Wirklichkeit annimmt und sich in jenen ersten zwei Ebenen sich verwirklichen läßt als Anzeige ihrer selbst zwar (der Ebene 3) und als ihr Gesicht, aber doch mit und aus den Mitteln der ersten zwei Ebenen?
Dieses kann erst mal abstrakt-konkret formuliert werden:
Die Freiheitsakte der Freiheitssetzungen und damit -handlungen müssen solche sein, welche in dem Gesetzten (des Aktes), welches eine Faktizität (Gemachtes) sein kann oder selbst ein abstrakterer Akt (Handlung, Intention, Modus, Schema, Begriff, Idee), solches setzt, das selbst Freiheit ist, freiheitlich ist und Freiheit hervorbringt oder ermöglicht. Es müssen Freiheitsermöglichungszusammenhänge sein, welche als solche Freiheitlichkeiten sind, als Zusammenhänge und als Verwirklichungsgesamte, -zusammenhänge, -gebilde. Sie müssen Freiheitsbildend und Freiheitsermöglichend sein.

Hier sieht man, inwiefern Freiheit nicht ausschließlich abstrakt (als pur formaler, freiheitsermöglichender Akt) sein kann. Die pure Akthaftigkeit muß auch als Freiheitlichkeit eine Gebildhaftigkeit, eine Formation und Formativität, ein shape haben, welche genauso ursprünglich und jenem Akt gleichursprünglich ist, wenn es um die Freiheit und d.h. das Sein und d.h. die wirkliche Wirklichkeit von Freiheit geht. Freiheit ist Gebildhaftigkeit.
(*Daß Kant Freiheit nur als Formalität und Aktualität (im Sinne des spontanen Handelns) begriffen sehen will und sie ja gerade am Gegensatz zur Naturnotwendigkeit als zum Reich des „freien“ Geisterreiches gehörig entwickelt und gegründet sein läßt und sie somit als auf dem Weg der Abgrenzung von Natur und für ihn Naturnotwendigkeit definiert sein läßt, hat etwas mit dem Unvermögen Kants oder mit seiner Begrenzung des Denkens einer freien Natur zu tun (oder einer Natur welche nicht nach purer Kausalität als Zwangsnotwendigkeit funktioniert). (Aus dem selben Grund müßte man, und die wurde dann auch vielfach im Verlauf der Geschichte der Fall, aus möglichen Zwangsnotwendigkeiten (Schematismen) der juridisch-verstandesmäßigen Zwangsvermittlung der Freiheitlichkeit ausbrechen wollen und die Freiheit gerade gegen dieses ihr eigenes Element formulieren wollen und können, in welchem sie sich bald befindet oder dargestellt sieht.) Dieses führt Kant zu einer Vereinseitlichung des Denkens der Freiheit und der Freiheitskonstitution, welche dann in extremo ihre Unzulänglichkeiten, Einseitigkeiten und Verstellungen (Verzerrungen) offenbart. (Entweder als Unmöglichkeit des Denkens des Erreichens, der Verwirklichung der Freiheit auf Grund der approximativ-infinitesimalen Aufstellung oder des Zwanges und der Versuchung der unmittelbar-univoken Zwangsverwirklichung des Unbedingten der Freiheit in der Bedingtheit und damit aufgrund des Fehlens des analogen Vermittlungsverhältnisses und -denkens in der Zerstörung beider, der Bedingtheit über die Sprengung durch das Unbedingte und der Unbedingtheit über ihre Erwürgung auf dem Weg ihrer einfachen Verbedingung.) Die Ursache für diese Einseitigkeit liegt, wie gesagt, im Unvermögen Kants oder im Jenseits seines Interesses die naturale Seite der Freiheit aus der Bedingungsreflexion der Naturalität zu denken, welche die Naturnotwendigkeitsdimension transzendental unter- oder über- und einschreitet auf die Naturalität der Natur selbst hin (natura naturans Lehre, materia prima, die Lehre von den 3 Materien bei Thomas). Auf diesem Wege wäre dann eine simultane Anordnung der Betrachtung der zwei Stämme in der Gegenstandskonstitution adäquat möglich gewesen und eine Formativität der Freiheit als freiheitliche Einordnung, Verwirklichung und Verkörperung explikativ, welche Freiheit und Freiheitlichkeit zwar auch auf der Ebene der innersystemischen Einordnung bedenkt (als funktionale Freiheit), welche das Freiheitsverhältnis aber auch wesentlich im transzendentalen Verhältnis (der Bedingung und des Bedingten) reflektiert und rekuriert. Freiheitlichkeit somit sich wesentlich als Freiheitlichkeit (eben nicht nur negativ-freiheitliche, in Absetzung von der Naturnotwendigkeit dann sich selbst erklärende Spontaneität der Freiheit, sondern als Selbstexplikation und damit schöpferische Gestaltbildung und -setzung der Selbstauslegung der Spontaneität selbst) des transzendentalen Einrichtungsverhältnisses ereignet, welches alles aber Kant wegen der einseitigen Verstellung nicht möglich war zu stellen oder herauszustellen.)
Sie ist und kann nicht nur, wenn sie für sich und autonom gedacht werden soll, postulativ-abstraktiv, aktual-postulativ sein. Sie muß eine Eingerichtetheit (Institutivität) sein, ohne dabei in faktizistische (bloß ontisch-substanzhafte, gegenständliche) und d.h. freiheitsvorläufige oder freiheitsüberschreitende Institutivität und Einrichtung zurückzufallen oder freiheitsvernichtend vorzuschießen. Es müssen Einrichtungen der Freiheit selbst sein, welche aber eben Einrichtungen der Freiheit sind. Freiheitlichkeiten in der Weise, daß hier (Handlungs)freiheitlichkeit angesichts der Alterität der Freiheitlichkeit (die Freiheit des Anderen und der Anderen) und der Terzialität der Freiheitlichkeit (Freiheit als EinrichtungsIdee und „Substanz“ und Entität, welche unabhängig ist von Autonomie und Alterität) als eine konkrete Form eingerichtet ist, welche 1. meine Freiheit und Freiheitlichkeit und Unbedingtheit und Zweckhaftigkeit aufbewahrt, enthält und garantiert, 2. die Vielfalt der Unabschließbarkeit der „Gesamten“ Freiheiten möglich macht und stehen und sich ereignen läßt und 3. ihre Absolutheit einrichtet und so repräsentiert, daß ein reales, konkretes und absolutes Freiheitsgesamt möglich und eingerichtet ist und sich ereignet.
Ein Gesamt das aus Freiheitskomponenten bestehend freiheitshandelnd freiheitszeugend und so einrichtend und erhaltend und reproduzierend ist.


Die Vorhandenheit, der Fund, die Gabe der Figur der optimalen Freiheitseinrichtung: CHARIS
Ich wäre an sich unvermögend dieses zu denken oder zu erdenken. Auch finde ich es, bedarf es nicht der scheinbaren Anstrengung, wenn die Lösung schon gegeben ist und angeboten. Ich mag sie erkennen und in solcher und aus solcher Erkenntnis als Lösung (konkrete geschichtliche Begebenheit und in der Gegenwart ihrer geschichtlichen Überlieferung) plausibel machen, verkünden, zu vermitteln versuchen und bezeugen.

Ohne abschreckend zu werden und zu wirken oder ohne den Fehler zu begehen, den Thomas von Aquin in seiner Summa contra gentiles unterließ zu begehen, indem er sagte, man müsse immer mit seinem Kontrahenten den kleinsten gemeinsamen Nenner suchen auf dem und von dem her man dann mit Aussicht auf Lösung und Überzeugung wird reden und verhandeln können, werde ich mich auf die Form der Eucharistie und auf Jesus Christus beziehen bei der Herausstellung dieser Figur und Lösungs“struktur“, ohne, wie gesagt, sofort inakzeptabel oder unverständlich in der Diskussion zu sein (weil ich Voraussetzungen unterstelle, die die meisten anderen nicht bei weitem werden teilen können und welche mit den Mitteln der bloßen Vernunft nicht übernehmbar und tragbar sind), weil ich nämlich glaube und davon überzeugt bin, daß jene Figuren und Strukturen genau die optimalen und d.h. auch vernunftoptimalen Strukturen und Figuren sind, welche bereitliegen und gerade deswegen vorhanden und geschenkt worden sind (wie sich dann von allein enthüllen wird), um die Lösung für dieses allgemeine Problem der „Freiheit“ und Freiheitseinrichtung vorzuhalten und zu bieten.
Sie sind somit nicht konfessionistische oder gar vernunftfremde („religiöse“) Gebildungen. Sie sind Optimationsformulierungen jener gesuchten Figur und Struktur der Einrichtung der Freiheit und der Vollendungsfigur der Vernunft, als auch die optimalen Angebote und Lösungen des Transzendenz/Immanenz-verhältnisses, ideale Lösungen der Metaphysik der Freiheit und die idealen Offenbarungen der Gabe Gottes (welches wieder an die Religionen gewendet ist, ohne ihnen als ihre Verneinung als viel mehr als ihr göttliches Geschenk der Gnade und des Wohlwollens und der Erlösung zu begegnen, als Angebot und erlösend unbedrohliches aber auch sich selbst hergebendes Entgegenkommen, als welches sie bereitwillig angenommen werden, wenn sich jene Figur in ihrem Sein und von sich her zeigt und einnimmt für sich alles).

An dieser Stelle muß doch bemerkt werden, (was aber dann auch in gewisser Weise die Lösung vorwegnimmt): die Rede von der „Eucharistie und von Jesus Christus“ in einer Darstellung und Erörterung der wahren und wirklichen Verfassung der Freiheitlichkeitsfigur ist nicht eine vernunftexterne, sie ist nicht eine faktizitätsjenseitige und völlig inadäquate, sie ist nicht die einer „religiösen“ und in diesem Sinne mythisch-dichterischen oder glaubenshaften als sprachspielverwechselnden Figur.
Die Rede und die Figur der „Eucharistie“ und von „Jesus Christus“ (wobei das für das zweite nur bedingt wiederum gilt, weil das zweite unendlich viel mehr ist) sind von der Art der symbolisch-praktischen, also realsymbolischen Natur, in welchen die Empirie und die „Symbolizität“ (die Bedeutungshaftigkeit, die Bildhaftigkeit) vereint und so vereint und trotzdem geschieden überhoben sind, daß diese Figuren schon aus jener und als jene Vereinigung und Zusammngehören sprechen. Sie sind insofern Überschreitungen der Vernunft als sie Einlösungen und Realisationen der Vernunft als des Vernunftereignisses sind und somit Darstellungen und Repräsentationen jener realen und wirklichen Vernunft, deswegen sie auch Bilder und Darstellungen und Realsymbole eben einer lebendigen personalen und einer organischen sozialen Geschichte sind, in welchen optimale und eröffnende Einrichtungen aber formuliert und eingefaßt sind, welche als solche unmittelbar die strukturalen und die bewußtseinsmäßigen, also lebensadäquaten Einrichtungen jenes Themas der Frage der Freiheitlichkeits- als Lebenseinordnung und Verwirklichung sind, in welchen die Lösungen also unmittelbar und schon eins zu eins gegeben sind, was schon ihre „Unfaßbarkeit“, „Unmöglichkeit“ und d.h. ihre konkrete Wunderlichkeit und Sakralität und Sakramentalität (Heiligkeit und Heilswirsamkeit) empirisch anzeigt und in der Annahme vollzieht. Die Annahme ist ein sich Übergeben (als dankende Annahmenantwort) an den größeren Sinn (Gnade).)
Sie sind Formulierungen jener Aufgehobenheit und Verläßlichkeit und freien Vollzüglichkeit, in welchen sich freie und selbstverständige und verwirklichte Freiheit und Freiheitlichkeit schon ereignet und Wirklichkeit wird oder ist. Sie sind Möglichkeiten des Optimalen, freigewährte Möglichkeiten und Wirklichkeiten vollkommener und vollendeter Einrichtung. Sie sind Angebote und Anwesenheiten, Vorkommnisse und Ereignungen des ewigen Lebens.


Konfligierende Freiheit
Die bisherigen die Bestimmung der Freiheit ergänzenden Reflexionen gingen darauf hinaus, die Grenzen eines potenzialen Freiheitsbegriffes (als subjektive Beliebigkeitsfreiheit, , als ungebundene Spontaneität, als negative Freiheit gegen „Willkür“, Freiheitstelosverjenseitigung und -abstrahierung) verschärfter kenntlich zu machen, die Kontextualität der Freiheit als die der Freiheit und als Freiheit selbst zu wiederholen und zu erinnern (Materialität der Freiheit, Konkretion der Freiheit), sowie auf eine Stelle im Gesamt des Freiheitswesens aufmerksam zu machen und sie hervorleuchten zu lassen, welche als das Transzendenzverhältnis der Freiheit, das Grund und Ermöglichungsverhältnis, das Ursprungs- und Einrichtungsverhältnis bezeichnet werden kann.
(Freiheit entsteht ursprünglich als Emanzipation gegen die theistischen und theologischen Mächte und Bemächtigungen, die absoluten Heteronomien und erst dann als Freiheit gegen (Fremd- und Obrigkeits-)Herrschaft politischer Art. Das freie und freiheitliche Verhältnis aber gerade in und zu diesem theistischen und obrigkeitlichen Nexus wird am Schluß der Emanzipationsgeschichte erneut eminent. Nun aber als Prüfzeichen der Autonomie und Freiheit selbst. Inwiefern bin ich frei, wenn ich letztlich absetzungsmäßig (Freiheit gegen) frei bin, ignorant frei bin (als gleichgültigkeitsagnosis zu wesentlichen und grundlegenden und bedingenden und ermöglichenden Verhältnisses) oder inwiefern bin ich frei mich über mich hinaus zu erheben, Gesamtheit zu denken und vorstellig zu machen und anzuerkennen, inwiefern bin ich zur Einfügung und wirklicher Kooperation und Vollendung und Ausdrücklichkeit frei? (jenseits des modernen Konexes der Eigennutzmotivation im ökonomischen Handeln und damit der indirekten allgemeinen Wohlfahrtsproduktion, welche letztlich auf ganzheitliche erneute Repräsentation des Dritten der beiden verzichten muß, auf wirkliche Selbstrepräsentation und -präsentation und damit Sein verzichten muß oder es nicht erreichen soll.))
Die Erörterung des Freiheitsthemas und -verhältnisses mündet somit und kommt aller erst zu sich im Denken und Vergegenwärtigen der Freiheit als Freiheitsordnung oder konkrete Freiheitlichkeit. Sie ist eine Einrichtungssituation und hat somit subjektiv-aktivische, objektiv-materiale und performativ-wirklichkeitliche Komponenten und Dimensionen, welche sie erst in ihrem Zusammen und Gesamt in einer bestimmten Weise ihrer Einordnung und Einrichtung darstellen und verkörpern und verwirklicht haben.
Diese beinhaltet die Momente der Ganzheitlichen Komplexität und Verwobenheit, Wechselbezüglichkeit der Subjekte in Freiheit, sowie die Freiheitsgewährung über die Schaffung freiheitlicher, freiheitsermöglichender Verwirklichungsmöglichkeiten und -konkretionen ermöglichender Komplexe, Entitäten zusammen mit einem freiheitlich-schöpferisch-kreativen Verhältnis der innersystemischen Komplexion und Bezüglichkeit zu einer potenzialen Gesamtheit ihrer und somit des ermöglichenden und einrichtenden Absoluten-Bedingten-Verhältnisses, zu einer Kommunikation und Kommunion und Kommerzialität zwischen dem Gesamt und der Partikularität, sowie das konkret freie Vermögen der Partikularität auf Selbsteingeständigung, Selbstversammlung und Selbstüberschreitung im Sinne der Anerkennung und WahrnehmungsSynthesis des ganz anderen Absoluten als die Weise der Selbstvollendung und -überschreitung (-eingeständigung), in welcher Freiheitsmöglichkeit sich vollendet und präsentiert und zwar in der Weise, daß dieses „vertikale“ Verhältnis (im Gegensatz und Gleichzeitigkeit zum „horizontal“-innersystemischen) wiederum eine konkrete Vollzugs- und freiheitlich-schöpferische Anverwandlungspraxis ist, welche das Geschehens- und Ereignisgeviert der Freiheit und Freiheitlichkeit abschließend vollendet, garantiert, schöpferisch produziert und firmiert.
Freiheit und Freiheitlichkeit wird dann eine konkrete weltgenerative Gegebenheits- und Vollzugsweise der Freiheit im Sinne der Möglichkeit der Verfugung von subjektiver Selbstverwirklichung und Gesamtsozietät (welches einer bestimmten Vermittlungspraxis und einer bestimmten Vermittlungssymbolstruktur bedarf), sowie der Vermittlung und Verfugung von Singularität, systemischer Komplexität und der Transzendentalität und Transzendenz als der Gesamtheit und der Gesamtheitsdimension und Gesamtheitsentität (über eine bestimmte Tausch- und Einrichtungsstruktur) und sie bedarf einer strukturiert gefügten Vermittlung wiederum dieser beiden Grundmodelle und -muster, dieser beiden unvereinbaren Dimensionalitäten, welche aber im Element und der Substanz des lebendigen, menschlichen Welt- und Wirklichkeitsvollzuges gerade als deren Bedingungen und Effekte und Mittelungen, ihr Motor und ihr Herzstück sich darstellen und erscheinen, so daß ihre Vermittlung auch offensichtlich und evident wird als der einzigmögliche Vollzug dieser Welt und Wirklichkeit selbst, wenn es wirkliche, volle, konkrete und sich ereignen könnende Welt und Wirklichkeit sein soll, volle Welt, voll heraus (und zu sich) gekommene Welt, Innen Außen, Oben Unten, die absolute Grenze zwischen diesen beiden und die Stelle des Über- und Ausflußes und der Erscheinung gerade dieser ihrer Welthaftigkeit und Wirklichkeit als und aus der Vermittlung jener beiden Dimensionen als der Einrichtung konkreten Welt- und Wirklichketsfreiheitsvollzuges und -ereignisses, der Geschichte und des Symbols konkreter Freiheit und Freiheitlichkeit.
Denken der Freiheit und Freiheitlichkeit wird dann zunehmend und wesentlich zum Denken der Verfassung dieser Gesamtheitlichkeit und Entität material-transzendental-geistig-symbolischer-kultural-aktualer Möglichkeit und Wirklichkeit der „Welt“ bzw. der Grundstruktur ihrer Einrichtung.

Bevor ich zur Darstellung einer solchen möglichen Figur der vollendeten Freiheit und Freiheitsfigur und -struktur als konkreter verwirklichter Freiheit komme, werde ich eine kurze Zwischenbetrachtung einschieben und einen, wie sich herausstellen wird, grundsätzlichen Aspekt der Freiheit erinnern.
Es ist dies die Freigebigkeit. Freigebigkeit wird hier als eine Weise der Vollendung und der Ermöglichung der Freiheit gesehen. Freigebigkeit ist insofern und so weit eine Freiheit als sie so (in sich) frei (und d.h. auch souverän, daraus dann vermögend) ist, daß sie frei geben kann, Freiheit also werden lassen kann, Freiheit schöpfen, herstellen, entstehen lassen kann. Freigebigkeit ist aber ein grundlegendes und grundsätzliches Verhältnis, ein Verhältnis vornehmlich erstmal des Grundes. Schon immer ist immer schon Freiheitlichkeit und Eigenständigkeit und Selbst- und Welthaftigkeit, Leben, gegeben, Autonomie so weit wie möglich gewährt und gegeben worden, daß wir normal dessen, auch zumeist in der transzendentalen Bedingungsreflexion nicht bedenken und erinnern und vollziehen. Hier wird, um den ganzen Argumentationsgang abzukürzen, evident, inwiefern der Grund und d.h. die Quelle der Freiheitlichkeit und die Prinzipialität der Freiheitlichkeit und d.h. auch der Autonomie ein absolutes, „jenseitiges“, inwiefern es also zu jener Dimensionalität der Freiheitsbetrachtung gehört, welche in der modernen Freiheitsbetrachtung und -entwicklung strukturell und grundsätzlich unterbelichtet, verstellt oder sogar abgewiesen und zu destruieren versucht wird. Freiheit ermöglicht sich immer schon aus einer gewissen je schon vorgängigen Freigebigkeit und Freigegebenheit und ist damit und somit (wird dieses Verhältnis des Grundes erfaßt und verstanden) immer schon offen und berufen auf Selbstüberstieg, Selbster- und -einlösung in und auf ein Verhältnis der Überflüssigkeit, der Abudanz, der (eigenen und gemeinsamen) Freiheit und Freiheitseinordnung und Freiheitlichkeit auf Freigebigkeit, auf Überfluß, auf Erfüllung. Sie ist immer schon berufen und eingesetzt zur Vollendetheit, einer Vollendetheit des Vollzuges und des Einrichtungsvollzuges aber, in welchem Vollendung sich darstellt, vollzieht und ereignet. Freiheit ist immer wesentlich Freiheit und Freigebigkeit Gottes und dann die Freiheitlichkeit einer göttlichen und freiheitlichen Einordnung und Einrichtung über die die Freiheit Vollziehenden, die Freiheit Einrichtenden und die Freiheit und Freiheitlichkeit, Freigebigkeit Ritualisierenden.
(* Immer schon bedeutet hier nicht eine Unanfänglichkeit und Beginnlosigkeit. In ihren Strukturen und Gewährungen sind die jeweiligen Immer schon, die an sich und in sich dann ewig sind, immer schon geschichtlich eröffnet, angefangen, gesetzt, inauguriert und damit wirkmächtig gemacht worden.)

An dieser Stelle wird, bevor ich zur Darstellung der Grundfigur der konkreten Freiheit komme, eine zweite Zwischenbetrachtung notwendig und eingewoben.
Ich nenne sie die Ideative. Wir leben, so die These, soweit wir als Lebendige Leben und in einer Welt (Wirklichkeit) leben, immer schon in einem Dritten, Eigentlichen, das die Tradition und die europäische Denkgeschichte seit ihren klassischen attischen Anfängen (bei Platon) unter dem Titel des Ideativen, des Realgestalthaften bezeichnet und angedacht hat. Wir leben, soweit wir Welt, Leben und Bewußtheit haben immer in einem Gesamt, das aus den Komponenten des Empirischen (Materialen) und des Intelligiblen (Rational, Geistigen, Normativen) komponiert und zusammengesetzt sein mag und zusammengesetzt ist. Das Eigentliche der Welt und Wirklichkeit und des bewußten Lebens, das wir zumindest unserer Selbstdefinition nach haben und führen sollen, ist aber unendlich viel mehr als bloß die Summe dieser beiden analytischen Komponenten und Dimensionalitäten und Stämme. Vielmehr ist die Gesamtheit jene, welche jene in ihrer Elementarität überhaupt erst möglich macht und die Betrachtung des Ganzen sub specie einer dieser Komponenten geht immer auf Kosten und zum Preis jenes synthetischen und eigentlichen Gesamten, das wir aber Wirklichkeit nennen (oder in jenem anderen großen Traditionsstamm: Schöpfung), wenn wir es auch, wenn wir versuchen, nicht zu erfassen vermögen und welches sich uns entzieht oder unter den Händen zerrinnt. Dies aber mag etwas mit dem Fehlen und dem fehlenden Vermögen einer eigenständigen ideativen Betrachtung und Reflexion zu tun haben, welche aber unabdingbar wird und ist und das einzige Erfolgskritierium,wenn es um die Betrachtung einer so grundsätzlichen Kategorie des Lebens (bewußten Lebens) geht, wie es hier die Freiheit und Freiheitlichkeit und Freigebigkeit dann ist.

Gesamtheit der Freiheit
Trotz dieser gewissenhaften und präzisen Scheidungen und Herausstellungen und Dihairesen und Unbedingtheiten der Eröffnung und des Sollens findet sich aber die Entwicklung und die Entfaltung und die Darstellung der Darstellung einer solchen realen Figur der Freiheit vor einer Unmöglichkeit, gerät sie in eine unendlichfache und unbedingte Aporie und vor die Abgründigkeit ihrer Verwirklichung und Entfaltung. Sie wird aus sich selbst ein Ding der Unmöglichkeit.

Sie ist ein Zeichen, daß das endliche Subjekt und die endliche Realität eben nicht die absolute Freiheit und Freiheitseinordnung setzen kann, daß sie sie eben nicht wirklich werden lassen kann, daß sie sie nicht schaffen kann, daß sie sie auch nicht entbergen kann aus den eigenen Strukturen und der eigenen sog. Vernunft. Sie ist ein Zeichen, daß sie nicht die vollendete und die selbstverständliche Figur ihrer Einrichtung angesichtig machen und aussagen kann.

Von hier aus wird aber die Eminenz und die unübersteigbare Bedeutung und Unfaßbarkeit und Unfaßlichkeit des Christusereignisses, seine Erfüllungs-, Heils- und Heilungs- und seine Erlösungsunfaßlichkeit und -glorie offensichtlich (Gottessohn), die Kraft seiner vollendungsmachenden Synthese (Menschensohn) offenbar, die Einmaligkeit seines Geschehens und Seins und Ereignisses (als das Ereignis und Dasein Gottes) wieder bewußt und gegenwärtig.

Die Menschwerdung Jesu Christi ist die Werdung und das plötzliche Werden gerade dieser konkreten Freiheits- und Einrichtungsfigur. Sie ist die Werdung der Freiheit und d.h. dieser bestimmten und d.h. der vollendeten und aufgängigen und eingefaßten und gleichzeitig absoluten und unendlichen und unendlich aus sich scheinenden, also der gloriösen, der glorreichen, der herrlichen Freiheit und Freiheitseinordnung und Freiheitlichkeit und d.h. Freigabe und Freigebigkeit, der Selbstmitgeteiltheit und -gabe.

In Jesus Christus wird diese Entität aller erst der Welt und Wirklichkeit geschenkt und gewährt und eröffnet und damit aller erst geschaffen (als absolute Möglichkeit der Selbst-mit-gabe und der Selbstgegebenheit und der selbstaufgängigen Weltfigur der konkret freiheitlichen Einrichtung als admirabile commercium, als jenes Amt und jene Struktur und Figur und jener Vollzug der Selbst- und Gottverbingung und des Selbst- und Gotttausches, der eingerichteten Wechselverfügung und Wechselgabe und damit -einrichtung).
(*Wechseleinrichtung bedeutet und kann nach dem Gesagten nicht bedeuten, daß die endliche Welt den Gott hervorbringt und einrichtet, wie Gott die endliche Welt hervorbringt und einrichtet. Es kann es nicht bedeuten, weil ja diese Wechseldarbringung und -einrichtung, wie oben eben gesagt wurde, gerade möglich ist und wurde durch die freie und unverfügbare Selbsteinrichtung Gottes in Jesus Christus, welcher die Einrichtung und die Ermöglichung dieser Einrichtung ist.)

ER aber ist die Einrichtung dieser konkreten Figur der aufgängigen, konkreten und gleichzeitig unendlichen und d.h. ewigen Einrichtung. Er ist derjenige, der, wie es in der traditionellen Sprache der Kirche und der Theologie heißt, wahrer Mensch und wahrer Gott ist und dieses als eine konkrete geschichtliche Person ist, als eine bestimmte weltliche Lebensgeschichte, als ein bestimmter Vollzug und eine bestimmte Lebenstat und ein bestimmtes (wenn auch unendliches) Lebenswerk ist.
ER ist derjenige der die volle Freiheit der Menschlichkeit ist als Ungefangenheit von partikularen Bestimmungen seiner Fleischlichkeit und Bestimmtheit, der die Er- und Gelöstheit ihrer Zirkularität und Organizität ist und der die Freiheit der Einorndung, der Ausführung des Vollzuges jener unermeßlichen untergründigen Kraft als der Schöpfungskraft, Aufrechterhaltungs-, Hervorbringungs-, Bergungs-, Läuterungs- und Wiederaufrichtungskraft ist, der die Freiheit der freien und liebend-intim-vertrauten Ausführung des „Willens“ dieser Kraft (seines Vaters also) ist, welche Freiheit und Vermögen ihn aber zu dem ewigen Gottessohn macht oder herausstellt, denn einem bloß geschöpften Wesen (und dann auch noch einem solchen gefallenen) wäre ein solches Vermögen einfach nicht möglich. Er ist aber jenes, was nicht nur dieses klassisch gesprochen Gehorsams- und Hörensvermögen hat, er hat dieses Hörens- und Einsetzungsvermögen gerade als der sich den Geschöpfen Gegenüberstellende oder sich eben auf sie Richtende und absolut und in der Rettung, Eröffung, Heilung und Hingabe Richtende, wobei er noch mal in der Opferung die Erflösungsfunktion hat und übernimmt, womit er die Unhintergehbarkeit der göttlichen Heilungskraft ausweist und sich selbst als die untrügliche Präsenz des Gottes beglaubigt und wirk- und heilmächtig macht.
Er ist eben (aber) auch jene unbedingte und „uneinfügbare“ Gegenwart und Gegebenheit und Selbstgabe der Absolutheit der Aufgehobenheit und Aufnahme und Aufhebung, der Freigebigkeit (als liebende Freigabe und Gabe der Liebe und Aufnahme), er ist die unbedingte Gegenwärtigkeit der Freiheit als Selbstgegenwärtigkeit und Selbstgabe, als die Einrichtung seiner Gegenwart und seines Daseins als die Freiheit der Einrichtung der bergenden, konkreten und Freiheitsermöglichenden Freiheit und Freiheitlichkeit als Aufgehobenheit und Verfügtheit und Geschiedenheit und gleichzeitige Wechselgefügtheit in der gesamtheitlichen und ideal vollendeten Figur der Eucharistie als der Figur dieser konkreten Freiheit und Freiheitlichkeit und als der Stelle der schönen Einrichtung der Verfügung und Wechselwirkung der bedingten Freiheitlichkeit und der unbedingten Freiheitlichkeit, welche er ist.

In dieser Figur und Figuration, Person und Persönlichkeit, Geschichte und Ereignis findet sich also von allen Seiten herkommend und auch jenseits eines sog. religiösen Empfangskontextes jenes vor, was die Anfänglichkeit jener konkreten Freiheitsfigur zufriedenstellt, einlöst, darstellt und allererst eröffnet und angesichtig macht. Sie oder er ist insofern die Gabe, die plötzliche Werdung, das Geschenk, das Geschehen jener Figur und Eröffnung. Er ist also jenes, was jene konkrete Freiheit und d.h. Freiheitseinrichtung möglich macht. Er ist jenes, was jene ist, also ihre Gabe als Selbstgabe. Er ist ihre Begegnung und ihr Geschehnis, genauso wie seine Geschichte und damit auch die Überlieferung seiner Geschichte die Geschichte und die Überlieferung und die mögliche Wirklichkeit seiner und der Freiheit ist, welche auf die Einlösung und Einholung genau dieser Erkenntnis und Eingeständnis (als der Tat des Heiligen Geistes) wartet, in welcher die Erfüllung der Zeit ist, bevor er erneut in leibhaftiger Form ein- zu zurückkehren kann, bevor die allgemeine Realisierung des Reiches der konkreten Freiheit, Freiheitlichkeit und Freigebigkeit geschieht und geschehen kann.

Diese Rede ist, das muß hier erneut betont werden, weil es für viele Ohren nicht faßbar sein wird (sowohl für weltlich-philosophische als auch für jene aus anderen-nicht-christlichen Kulturen), kein plötzliches unerlaubtes Springen von einer rein rationalen, philosophischen, sachlichen, neutralen Erörterung in eine theologisch-religiös-konfessionelle-bildliche.
Weil hier die Figur in der Form auftritt oder aufgetreten ist, in der sie aufgetreten ist, als lebendige Menschen-Gott-gestalt und konkrete Freiheitsvollzüglichkeit und Freiheitswirkung und -einrichtung, insofern ist die Rede ihr adäquat (so das möglich íst und das nicht immer ein Ansingen bleibt..) die direkte rationale Nachfolge und Erfüllung, die sachliche Erörterung und Darstellung. Freiheit erfüllt sich eben nicht in Textualität oder gar Sylogistik sich in einer bestimmten Form, in einer lebendigen, diesseitigen Form, die alles zusammenfaßt und aufnehmen und tragen und vereinigen und aus sich entlassen und d.h. dann auch, mit der Möglichkeit ihrer Erfüllung oder „Begreifung“, frei machen kann. Sie ist keine konfessionelle, kulturelle Bestimmtheit. Sie ist die Darstellung und Fassung der Möglichkeit der Menschlichkeit selber, an welcher Kultur frei entlassen ist und mit Freiheit verfügt, so daß sie zur vollen Darstellung und Eigenart erst kommen kann, weil sie die volle Einrichtungskraft als Freigabe und Freiheitskraft zum Grund und Speisung ihrer Verwirklichung bekommt.
Die Rationalität muß sich damit versöhnen, daß sie sich in einer lebendigen, realen, konkreten Form erfüllt und ereignet, als Wirklichkeit.

Eucharistische Struktur vollendeter Freiheit
Konkrete, vollendete und dann damit auch reale Freiheit (im Vergleich zur nur optitiven negativen Freiheit und auch zur bloß setzungspositiven, aber auch dieseitig und damit einseitig bleibenden Freiheit, welche beide Grundaufstellungen der Freiheit in sich widersprüchlich, unvollkommen und in Konsequenz auch freiheitsgefährdend sind, weil sie an sich selbst kein reflexiv-selbsterträglich-gewährtes Verhältnis zum Freiheitswesen selbst haben, welches sie dann als die eigentliche Einrichtung der Freiheit einrichten oder erfüllen, vollziehen oder mit-kreativ ertätigen)
ist somit wesentlich immer zwei dimensional bestimmt und zwei dimensional sich ereignend und als solche, weil sich immer zweidimensional ereignend, welche zwei Dimensionen aber kreuzweise im Verhältnis stehen, ist sie eigentlicher realer Vollzug und Ertätigkeit der Freiheit und ihre Darstellung oder ihr Insein.
Sie hat natürlich in sich den ganzen und gesamten Bereich der Horizontalität und „Innersystemizität“ (Lebenswelt, Besorgung, Praxis und Pragmatik, Empirie). In einem solchen ist sie wesentlich negativ frei, positiv frei und auch frei frei im Sinne der Ausrichtung und Erfüllung des horizontalen Freiheitsvollzuges in der Freiheit der Versammlung und der Darbringung der Freiheitsertätigung und -produktion vor und in ein absolutes, unbedingtes und damit jenseitig-transzendentes, ganz anderes Verhältnis. Sie ist als horizontale und innersystemische Freiheit wesentlich Absolutendarbringung und -versammlung und damit Darbringung und Versamlung vor dem personal vorgestellten Absoluten, welches der absolut geheimnishafte und zugewendete und frei-freiende, alles schöpfende Gott ist. (Auch und ebenfalls auf der Horizontalen Ebene, aber dann nun in einem gänzlich anverwandelten und aufgeschlossenen und unendlich bereichertem Sinne wird sich diese Darreichungs- und Versammlungsstruktur der horizontalen Freiheit auch als eine Kommunionsstruktur und Austauschstruktur der vertikalen und der absoluten Freiheit ereignen im austauschenden Modus der eucharistischen Struktur.)
Zuvor aber muß die zweite Dimension der Freiheit, die vertikale und unbedingte berücksichtigt werden. Sie ist immer Möglichkeit des Mit- und Inseins in der Absolutheit ihrer Unbedingtheit und dann damit bergenden Ermöglichung und Freigebung. Sie ist Freiheit zur Möglichkeit des Absoluten und Unbedingten. Sie ist aber auch Freiheit zur Möglichkeit und Wirklichkeit der Verkörperung des Absoluten und des Unbedingten, der Endlich- und Kontingent- und Bedingtwerdung des Unendlichen und Ewigen und Unbedingten.
Freiheit ist, das wird hier ganz eklatant ersichtlich, die Synergeia und die communio und das commercium, das Beisammen- und Mitsein dieser beiden Sphären und Dimensionen, als der Vollzug ihrer wechselseitigen Verfügung und Darreichung und Erfüllung und Entwicklung.
Freiheit ist wesenhaft in der Struktur der eucharistischen Verfügung und Ritualik erfüllte, angekommene, dargereichte und sich ereignende und erreignen könnende und erfüllen könnende Freiheit.
In diesem Sinne wird auch hieraus erst offensichtlich, welches Geschenk und welche Schöpfung dann auch der Gott (und stellvertretend die Religion) dem Menschen in diesem Ereignis der Einrichtung und Begründung des Mitseins und der eucharistischen Struktur gemacht hat oder machen will
und was die Möglichkeit seiner Ablehnung, Lächerlichmachung, Ignorierung, Unerfüllung bedeutet.

Formationsnotwendigkeit des Lebens
Ein weiteres Grundargument oder Grundargumentationsform gegen die Freiheit (als bloße Handlungs- und Aufstellungsoffenheit) findet sich in einem anderen Grundbedürfnis und Grundbelang des menschlichen Seins als Verwirklichtsein und Lebens. Dieses ist wesentlich und immer, wenn es in der eigentlichen Form seiner selbst ist ein formatiertes, ein formiertes und d.h. gestaltetes, gestalthaftes, gestaltaufgehobenes Leben (Leben der Mitte). Es ist nie bloße Disposition oder bloße dispositionslose Elementarität und kann auch nicht, wenn es nicht an ihm selbst vorbei beschrieben und erfasst sein soll, auf solche reduziert und dann von ihnen her aufgefasst und erfaßt werden. Eher noch ist es in einer Form der Unfaßbarkeit einbefaßt und aufgehoben, welche aber dann auch jegliche Elementarität, Formativität und Dispositionalität übersteigt oder unterschreitet oder gleichzeitig übersteigt und unterschreitet , weil es sie überhaupt entläßt und sein läßt, um als solche Gleichzeitigkeit dann aber doch der Vorstand der Gestalthaftigkeit, wenn auch unfaßbaren, aber sich darbietenden zu sein, in die hinein das formierte Leben hineingeht, aus der es als in ihr seiend herauskommt oder entlassen wird und welcher es sich in einer bestimmten Form der Vermittlung und Selbstgabe der Unfaßbarkeit gleichformt. Wie auch immer das Leben als das spezifisch menschliche Leben gefaßt wird, es ist immer und letztlich formiert, gestaltet und gestalthaft. Als solches bedarf es, um Erfüllung und Adäquanz seiner selbst zu finden auch Vorgabe und Vorformungen als Vorstellungen in welche hinein es sich aufheben kann oder sich aufgehoben sein läßt, oder welche ihm als Möglichkeiten, Versprechen oder Angebote der Ein- und Anverwandlung und Aufhebung verfüglich sind, um ihm optimale und d.h. überhaupt lebensadäquate Verwirklichungsmöglichkeiten zu ermöglichen oder den Anfang seines spezifischen Lebens zu gewähren. (Vorformen einer solchen formativen Voraussetzung und Bedingung und Vorstellung sind dann auch dementsprechend und in Folge noch nicht Möglichkeitsbedingungen und Wirklichungen eigentümlich menschlichen Lebens. Sie sind, so elaboriert und komplex und tiefsinnig und ausgreifend sie auch sein mögen, noch vormenschliche Formen, welche die spezifische Würde und dann Leistung des Menschen noch nicht erfassen oder ihr noch nicht gerecht werden.)
Solche Vorformen der Aufhebung können aber nicht bloß ontische sein. Sie können nicht bloße Bestimmtheiten eines Bestimmten sein, um so der Unendlichkeits- und Unbedingtheitsdimension zu ermangeln. Als solche sind sie ideologische ebenfalls Präformen und Mangelerscheinungen und Verkürzungen der menschlichen Möglichkeitsdimension, welche diese mit dem Göttlichen teilt und welche einen spezifischen Teil ihrer Freiheit und ihrer Würde auszeichnet. Notwendige Vorformen der Aufhebung und Wirklichkeitsform müssen diese unendliche und unbedingte Dimension enthalten und aus ihr und mit ihr als Teile des Unendlichen kenntlich sein, welches ihnen an sich diese Dimension als in sich aufgehoben und zuwendungs- und fassungsfrei eröffnet und gewährt hat. Vorformen der Aufhebung sind echte Repräsentanzen des Unbedingten. Als solche sind sie sakramental. Sie sind Formen und damit Vorhaltungen heiligen und d.h. ewigen, unbedingten und ewigkeitswürdigenden und lobpreisenden Lebens. Sie sind erst Formen und Freiheiten damit, wenn in ihnen eine Freiheit und Formativität und Performativität zur unendlichen und ewigen und unbedingten Dimension dann auch ihrer selbst gegeben und gewährt ist, welche ihre besondere formative und aufgehobene Freiheit erst bedingen, auszeichnen und begründen. Formative Freiheit ist Aufhebungsfreiheit, Unendlichkeitsvollzugsfreiheit. Gewährungsfreiheit. Diese aber wird klassisch mit dem Namen Gnade bezeichnet.
Aus all dem wird offensichtlich wie eine bloße negativ bestimmte Bestimmung der Freiheit und Freiheitlichkeit auch gegen die eigentliche und freiheitliche Einrichtung und auch entgegen dem menschlichen Leben verlaufen kann oder sogar an dessen Zerstörung durch Abschleifung beteiligt sein kann.

Freiheit aber ist Freiheit der Unendlichkeit, Freiheit eingefaßter Unendlichkeit als eingerichtete Freiheitsgnade.