Freitag, 8. April 2011

EPOPTIKÄ - Zum Sinn

Kurzes Andenken über den Sinn im Andenken an die Logotherapie und Viktor E. Frankl


Sinnerfassung bedarf wesentlich mindestens einer Gestaltsicht der Wirklichkeit, d.h. wir müssen die Wirklichkeit zumindest auch "unabhängig" von uns und objektiv-umfänglich sehen können.

Weil dies nicht möglich ist, bedürfen wir einer Konzeption, welcher dies möglich ist und zu deren Natur diese Möglichkeit und Wirklichkeit gehört.

Das ist aber die letztlich Geistige, bzw. letztlich der Gott, der das Ganze ins Werk setzt. 

Sinn bedarf also 
1. einer konkreten Sinnlichkeit (Diese kann auch das Gegenteil von dem bedeuten, was wir normal als "sinnlich" bezeichnen, z.B. im Schlaf, der Bewußtlosigkeit, dem Tod. Insofern ist diese Sinnlichkeitsabsenz auch als Sinnlichkeit zu sehen zu lernen. Erst recht jene Sinnlichkeit, welche auch diese Negativ-Sinnlichkeit überschreitet oder inzendiert. Sie ist die eigentliche Sinnlichkeit, welche die andern beiden aus sich entläßt und aus ihrer Beidseitigkeit konstituiert wird.)

Sinn bedarf 
2. einer Bedeutungsdimension, der Valenz des Sinns. Dies ist die Verstandes-, die Regular-, die Gesetzesebene dann. Sie insistiert den Sinn selber auf verschiedenen Modifikations- und Konfigurationsebenen. Die Bedeutungsdimension des Sinns gibt dem Sinn die nötige Namentlichkeit und damit Eindeutigkeit. Als Begrifflichkeit faßt sie das Sinnliche zusammen oder entläßt es aus sich (auch dann, wenn der "Name" eine Unbegreiflichkeit, ein Geheimnis be-deutet und bezeichnet.) Die Bedeutungsdimension ist aber letztlich nur be-deutsam. Sie deutet auf oder den Gegenstand (Ding, Sachverhalt, Ereignis oder Person). Sie gibt nicht den Gesamten und den Eigentlichen Gegenstand wieder oder dar. Sie ist sozusagen die Essenz, das Zeichen der Eigenständigkeit und d.h. Gegenständlichkeit des Bezeichneten. Als solche geht sie über die Substanz sogar hinaus und ist ihr ekstatisch und nicht mehr nur insistent. 

Daraus folgt
3. Erst die Ankunft, das Ankommen, das Dasein, die Präsenz der Person oder das Aufgehen der Leibhaftigkeit des Bezeichneten, sozusagen in seiner Wirklichkeit und logischen Fülle präsentiert den Aufgang und das Werden des echten und eigentlichen Sinnes. Dieser ist immer ein konkreter .... Als solcher ist er Präsentation oder Aufgang von begrifflich gebundenem Sinn, eigentlicher Sinn, Sinn, welcher aber allein schon durch seine Konkretheit nicht mehr logisch-intellektual ist oder rein rational verzeichenbar durch seine Unmittelbarkeit und Lebendigkeit, welche weniger nach reinen Rationalitätskriterien als nach denen der in die Wirklichkeit gesetzten Rationalität geschieht und damit  Über-Rational ist, lebendig ist und damit zu jener Rationalität des Herzens gehört, von der Pascal spricht, welche ihre Gründe hat, welche die Rationalität nicht kennt. 

Die Erfüllung und Verwirklichung gehört also wesentlich zur Rationalität und Bedeutungsebene des Sinnes und der Wirklichkeit als der vollgewordenen, verwirklichte, erfüllte und offenbaret, eingelöste Sinn dazu, jener Sinn, welcher die Gesamtheit ist, die wir noch nicht ganz kennen, als wir erst mal nur den Namen des Sinnes (Logos) haben und jenen Teil, der noch nicht völlig erfüllt ist oder voll geworden ist und der offenbart wird aufgrund der Leitung des (Heiligen) Geistes, der in die Erfüllung führt, aufgrund der Gleichwerdung und der Immitatio des fleischgewordenen Wortes und aufgrund der Öffnung und Aussetzung an den Befehl und die Sendung, Bestimmung durch die absolute Bedingung und Einsetzung durch den Vater Gott, oder durch das Versenken und die Kontemplation der und in das Allerheiligste Mysterium des dreifaltigen Gottes.

Klausur, Schluß

Erster Versuch zum Klausur/Kloster-gedanken als dem Ereignis der Wohlabschließung (Fügung, Vollendung) der Wirklichkeit



Gnadenerwirktes Geheimnis-
zeichen
Wer könnte sonst
dieses vollziehen,



was du erbringst
und schaffst
somit im Unmöglichen das Mögliche?



Denn die „Welt“ ist entbundenes,
uferloses, ausfaltungsunendliches Verschwinden,
die Begier der Entropie,
eine Vergänglichkeitssehnsucht,



nun bist allein du fähig,
in dieses hinein, das wie eine unanhaltbare Schicksalsmacht
wirkt, dieses zu setzen,
was die Bindung ist,
der Schluß
und was sich hineinlegt in jenen Zustand des Verschwunds
wie eine Wohltat,
sanft und weiß wie eine Taube
und bestimmt
wie das Menschenkind
oder von seiner Art



so schließt,
einfaltest,
einwendest du
mit deinem Wunder
diese Wirklichkeit
hier und die bestimmte
zum Quell,
zum Jungborn
abgeschlossen-
gefügter Gnade,
des Instands
und der eigentlichen,
der eröffneten Sicht,
mitten drin in
dem Wind und dem Wüstensturm 
der Vergänglichkeit,
mitten hinein in diesen Lärm
der Gehörlosigkeit
und der verstellten Augen,
den verdornten, traurigen
und blinden,
mitten hinein in dieses Fleisch
das scheinbar unversehrt glitzert
und das von innen verdirbt
und als wurmstichig
sich erweist
mit einem
furchtbaren,
hallenden Lächeln,
das abfällt
in den Ab-
grund unter
seinen Füßen.



Da hinein senkst
du dich/mich.
Da hinein überziehst du mir dieses brautliche Kleid,
mit dem du mich zu jenem unbesiegbaren Krieger
machst, der den Sieg besiegt
und den ewigen Sieg bringt
und Quellen,
tränkendes Wasser,
Gnaden der Vollendung.



So gründest du dem Hl. Augustinus,
den du damit zu deinem abgeschiedenen
Lehrer machst,
den du in deinen Schoß holst
und einbirgst in dein Hören,
denn honigfließend sind
sie dann alle,
ihr Mund und ihre Reden
sind reine Heilsalben,
reine Erlösungs-
kelche,



wenn sie mit ihren
geklarten Augen
aus diesen Kränzen,
Schlüssen, der
Wirklichkeit, in
ihr sprechen und
blicken,
blicken sie alles
und traum-
verwandeln
sie alles,
in dein Fleisch,
in dein Angesicht
und in deine
Wohltat
heben sie
und an-
gedeihen
sie alles.



In dieser Klausur,
welche du ihnen bereitet hast
als deine Lege,
vernehmen sie deine Worte
in Unmittelbarkeit
und spenden sie Gnaden
in Überfluß
und Zeichen (Weltenbauten),
indem sie dich dir,
dich uns und
ihnen
geben in Fülle und
zur Gänze
überreichen
sie dich
und machen
uns im Mahl
des Leibs und Fleisches
deines Sohnes
dir gleich,



in Fülle du mit den Augen jener Dankbarkeit, welche das Siegel sind
und in welchen wir sehen. 

Donnerstag, 7. April 2011

EIN SATZ

Über die wesentliche Beschaffenheit des Lebens, der Ökonomie, des Sakraments, der Kirche 


Der folgende Satz enthält gleichsam in heilsamer und bewundernswürdiger Weise die genaue Aussage mehrerer wesentlicher Verhältnisse und Bestimmungen der Wirklichkeit und des Lebens. 

Gleichzeitig zeigt er auf knappstem Raum und sozusagen in Essenz, im Keim damit deren Verfügung und stematische Zusammengehörigkeit.

Es sind dies:
a. die wesentliche Beschaffenheit und Bestimmung des menschlichen Lebens,
b. die wesentliche Bestimmung der Ökonomie
c. die Natur des Sakramentes
d. die Natur der Kirche.

Ich werde den wundersamen Satz hier einfach kommentarlos aufführen und aufgeführt sein lassen.


Die Tatsache, daß die Kirche „allumfassendes Heilssakrament“ ist, zeigt, wie die sakramentale „Ökonomie“ letztlich die Art bestimmt, in der Christus, der einzige Retter, durch den Geist unser Leben in der Besonderheit seiner Umstände erreicht. Die Kirche empfängt sich und drückt sich zugleich aus in den sieben Sakramenten, durch die die Gnade Gottes konkret auf das Sein der Gläubigen einwirkt, damit das ganze, von Christus erlöste Leben ein Gott wohlgefälliger Kult werde.“ 
Sacramentum Caritatis, Benedikt XVI.

Dienstag, 5. April 2011

THEOLOGISCHE ÜBUNGEN VI: Hervorbringung des Ewigen Lebens

Über den schematischen Grund der Ewigkeit des Lebens

Ich bin schon an mehreren Stellen und von mehreren Richtungen her auf ein Verhältnis vorgestoßen und rekurriert,
welches jene Bedingungen und Darstellungen des Ewigen Lebens eröffnet und repräsentiert.

Der ganze hier in dem Blog auftauchende und zunehmend stärker und mächtiger werdende Strang der Transzendentalisierung der Welt und der Wiedergeburt und der Wiedereröffnung einer der Welt transzendenten als der unbedingten und absoluten Sphäre oder, personal gesprochen, des Gottes, als der immer mehr und klarer herauskommenden Bedingungs- und Ermöglichungsnotwendigkeit der Welt steht ebenfalls letztlich im Zuge des Aufgangs und des Werdens des Seins und d.h. der Ewigkeit der Welt als ihrer Ständigkeit und Eigentlichkeit und Wirklichkeit.

Die Vorstelligkeit der dann hervorgebrachten und kontingenten (wenn auch ewigen) Welt als der Ewigkeit und Vorstelligkeit, welche sich aus einer solchen Vergegenwärtigung des Absoluten und d.h. des Ewigen Gottes ergibt, ist die Ermöglichung und Werdung und die Vorstelligkeit einer vor dem ewigen Absoluten ewig werdenden Welt und Vorstelligkeit. Die Tatsache der Präsentation und Vo-stellung und Vorstelligkeit des unerschöpflich Absoluten, mild Hervorbringenden, des Gottes anverwandelt an sich und bringt die bedingte und geschaffene Welt in die Bewegung einer Anverwandlung, welche sie in eine Ebendbildliche transsubstantialisiert und konsakriert.
In diesem Zuge wird die Welt in die Bewegung der Verewigung verwandelt. Die einfache Seiendheit, als Daseiendheit und Faktizität wird auf dem Weg und vermittels der Negativ-seienden Sphäre des Bewußtseins, des Geistes, der Vorstellung, vorstellungsmäßigen Duplikation und des Scheins als der der Faktizität korrespondierenden "Seite" der Wirklichkeit in eine vermittelte und d.h. kommunikative Wirklichkeit verwandelt und, vermittelt über ihren vorstelligen und allanwesenden und zugleich ganz anderen Grund als dargereichte und dargebrachte in eine Reflexivität hineinverwandelt und somit zumindest dupliziert und ergänzt und somit inständig reflex und so obwohl real so doch vermittelt und obwohl vermittelt so doch real gemacht und belassen, um so zu jener Welt zu werden, welche Erbringung der Unendlichkeit ist und das auch gewährt sein kann, wenn sie ständig jene Reflexion und Integration vollzieht, welche sich nicht nur auf eine interne Reflexion und Kommunizierung und damit Vermittlung bezieht, sondern die ebenfalls eine Reflexion und Kommunikation ihres und mit ihrem Grund und ihren Bedingungsmöglichkeiten und der Sphäre der absoluten Bedingung ist, welche das Unerschöpfliche, Unermessliche, das Wohlständige und das gütig-liebend Wohleinrichtende und Heilende und Wundereinsetzende ist.

Aus diesem Grund ist das Emporwachsen dieser Re-Transzendierung der Welt und der Emergenz dieser absolut transzendenten Eminenz und eminenten Wirklichkeit als der eigentlichen Wirklichkeit die Bedingung und der Grund des Werdens der Ganzheit und der Ermöglichung der Ganzheit der Welt. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes volles und vollstes Gnadenhandeln und Wunderwirken, denn hier wird allein durch die Tatsache des Werdens eines Anderen, der vollen Aufmerksamkeitslenkung auf es und von sich weg,  der Anerkennung der einzigen und vollen Realität gerade dieses ganz Anderen in uns selbst, in der Welt, hier, also ganz paradox die Bedingungs- und Werdensmöglichkeit erstanden und dann die Bedingungswirklichkeit und die Wirklichkeit vollzogen. Die Welt wird damit voll und wirklich und sie wird aller erst dadurch!

Worin besteht also nun genauer, das wäre genauer herauszubringen und zu benennen, der Sachverhalt und der formal-materiale Grund der Vollwerdung und der Ermöglichung der Vollwerdung der Realität und der Welt angesichts und vor einer solchen verabsolutierten Realität und Wirklichkeit, vor einem solchen eigenständigem und vorstelligen Absoluten und Ganzen, welches intendiert?

Sie besteht 1. in der Bedingung der Abnabelung und der Vergegenständlichung der Gesamtheit, wie ich das nennen möchte.
(Natürlich ist die hiesige Rede des ganzen Prozesses vom Diesseits her und dann auch als quasi Selbsterwirktes naiv möglich und auch vorläufig als solches, wenn es sich nur immer offen hält, erlaubt. Es sagt noch nichts über die eigentliche Verursachung des Ganzen aus. Natürlich sind nicht wir, die wir das Absolute vor-stellen und damit uns selbst feuerbachisch extrapolieren und projizieren und wenn es so ist, dann ist es auf die beste Weise zu hören. Natürlich entspricht unsere Projektion und Extrapolation und Vergegenständlichung damit des Absoluten, wenn es das wirkliche Absolute ist, dem Vor- und Anmelden des Absoluten als solchen in uns und in unsere Sphäre und ist somit Parusie, Erscheinung, Ruf des Absoluten selbst, welches, die Welt hervorbringt und durch Selbsterweisung zur Vollständigkeit veredelt und damit vervollkommnet. Wir können aber weiterhin an dieser Stelle noch in der Vorsellung der Eigenmächtigkeit sprechen, wenn wir immer nur "bedenken" und uns dessen gewahr sind, daß unsere Eigenmächtigkeit immer eine geschenkte und gewährte und geantwortende und ehrerweisende und ebenbildliche ist, ohne welche absolute Ebenbildlichkeit sie augenblicklich in den Prozeß der Auflösung und Zersörung und Verwirrung gerät, welche sie augenblicklich zur totalen Versklavung verurteilt und macht.)
Im Akt der Trennung des absolut Bedingenden und seiner Vor-stellung und Entgegenstellung geschieht dann immer auch erst ein erst da mögliche Übergang der Macht und der Gesamtheit des Vermögens des absolut Bedingenden auf das Bedingte, welches dadurch erst bewußt konfirmiert und vollgültig gemacht wird, als es in einen Zustand der entgegenstehenden Vollgültigkeit und Ebenbürtigkeit er-wachsen wird. Die Vorstellung und Vorstelligkeit des Absoluten, Bedingenden, welches aber immer der all-ermöglichende Gott sein muß, ist überhaupt erst der Garant der vollgültigen Werdung des ihm Entgegenstehenden und sich ihm Vorbringenden und d.h. Unterwerfenden.
Die Vorstellung der absoluten Distanz und Differenz ermöglicht allererst aus der Befreiung von Naturgegebenheit und Implizität zum spiegelbildlichen Anwuchs und Ausgleich jener anderen Seite des Absoluten und Unbedingten. Das absolute Entgegensetzungsverhältnis ist die Bedingung für die Angleichung des Entgegengesetzten. Das ist jener Zustand und das sind die Entstehungsbedingungen jener Rede von der Ebenbildlichkeit des Geschöpfs und der ebenbildlichen Schöpfung, welche allein in einem solchen und aus einem solchen Entgegensetzungs- und Vorstellungs- und schöpferischen Spekulationsverhältnis entsteht.

Diese Angleichungs- und d.h. Ebenbildlichkeitsbewegung bedeutet, weil hier vor dem Unbedingten Vorstelligkeit ist, das sie entgegengesetzte und kontingente Wirklichkeit unserer selbst in eine Spiegelung der Unbedingtheit gesetzt wird und in einer Aura der Absolutheit gehalten in den Prozeß der Vervollständigung gezogen und gesetzt wird. Das Unbedingte ist das Vermögen der absoluten und unbedingten Einrichtung und Schöpfung. Es schafft und schöpft und ermöglicht absolut hinlängliche Realität und Schöpfungen, Perfektionen, Ganzheiten und Gesamtheiten. Es schafft aber diese und macht nicht nur Potenzen. Das Geschaffene und solchermaßen vom Strahl und im Strahl des Absoluten Geschaffene ist eine reale Wirklichkeit, eine potenziale Wirklichkeit (d.h. eine Wirklichkeit der Potenz), aber eine WIRKLICHKEIT, eine leibliche Gesamtheit und als solche Unsterblichkeit, Unverbrüchlichkeit, Ewigkeit. Die vor dem Absoluten, Vorstelligen vor stehende Wirklichkeit wird naturgemäß zur ganzheitlichen, völligen und d.h. unsterblichen und d.h. ewigen Wirklichkeit, welcher der Blick auf jenes Unendliche und Ewige und Andere, die Gewähr ihrer gewährten Ewigkeit und Ganzheit verschafft, welche es in diesem und aus diesem Blick hat, in welchem es ewige und ganzheitliche Wirklichkeit ist, indem es als es selbst sich der Ewigkeit und Unbedingtheit vorstellt und darbringt und in sie hineinlegt und anempfiehlt, um von ihr genommen zu werden, verwandelt und zurückgegeben zu werden, als jene durch die Unbedingtheit hindurchgegangene Realität und damit verewigte Geschaffenheit, welche damit die ungeschaffene und ewige darbringend dargebrachte Wirklichkeit wird und damit immer Kommunikation und dann Schöpfung bleibt, welche in der Ewigkeit der Ewigkeit sich ereignet und als Wirklichkeit verwirklicht.

Konkret heißt das für das Leben, welches das ewige Leben ist.
Es ist ein Bestimmtes und Konkretes.
Durch den Akt der Offenbarung oder der Anerkennung des Absoluten als des Gottes,
wird es ein verwandelndes
und dann auch absolut verwandelndes,
d.h. in die Ewigkeit des Ewigen Verwandelndes
und gerade die Hinfälligkeit Darbringendes und Verwandelndes und Verewigendes.
Gerade die jeweilige Bestimmtheit und So-seiendheit der Welt wird von der Absolutheit und der Unbedingtheit (als Barmherzigkeit, Liebe und Gnade) angenommen und genommen
und so in jene Anverwandlungsbewegung gesetzt,
welche mit der völligen Erfüllung des Großen Werkes
der Wiederherstellung endet,
der Vergebung der Sünden.

Diese und dies ist aber in Jesus Christus geschehen, dem Ersten und Letzten der Neuen und des Anfangs der Neuen Schöpfung. Er hat diese völlige Darbringung und Versöhnung und Vergöttlichung damit und somit eröffnet, vollzogen und vollendet. Er hat sie als die anfangende Mitte angestoßen und in seinem Tun durch die Hingabe seines Lebens, durch die Frohe Botschaftliche Verkündigung des Reiches Gottes in Wort und Tat und durch die Gründungsurkunde des Neuen Lebens, seine Auferstehung und seine Thronbesteigung vollendet und durch die Ausgießung seines unversieglichen und wunderwachsenden Heiligen Geistes, welcher sich über die peripheren Niederungen seines Leibes wie jenes köstliche wohlriechende Wasser ergießt und es tränkt und zur Verwandlung und Auferweckung und glorreichen Anverwandlung bringt, welcher wir sind, die wir sein auferstehender und werdende und erweckter Leib sind, die Welt, welche in die Fülle der Herrlichkeit hineinverwandelt und hinaufgeläutert und erwachsen, eingeständigt und d.h. herausgebracht wird, sich der Vorgabe entsprechend morphogenisiert.

Sonntag, 3. April 2011

Heilung

Einführung in das Verhältnis transzendentaler Heilung


Die These: Ursache (Primärursache) allen unseren Übels, aller Krankheit, Unvollkommenheit, Gebrechlichkeit, Verführbarkeit und Hinfälligkeit etc. ist das gestörte transzendentale Verhältnis als das Verhältnis der Aufgehobenheit und Einbettung und Entlassenheit des Menschen und der Wirklichkeit in seinem und aus seinem Schöpfer als dem hervorbringenden und ihn bedingenden und ermöglichenden Verhältnis seiner absoluten Möglichkeit und seines absoluten Vermögens im Verhältnis zu seiner jeweiligen Bestimmtheit und Erwähltheit und Gerufenheit.

Das Transzendentale ist die Ermöglichung und Erbringung des Menschen.

Wenn diese im wahrsten Sinne des Wortes verstopft und verstellt, befallen ist, ist der Mensch verhindert.

Weil die Ursache und Bedingung des Transzendentalen das unendlich heile und gute Transzendente als der liebend- allmächtige, ewiges Leben gewährende und schöpfende Gott ist, so ist die absolute Heilung möglich in der Öffnung und Überlassung und Befreiung dieses und an dieses Umfängliche, welches das totale Heil einrichtet und beschenkt.

Der Gott (als die wahre hütend-freilassende, allvermögende väterliche Liebe) will das Absolutheile unserer selbst.

Er ermöglicht  es augenblicklich und selbstverständlich, wenn wir uns ihm öffnen und es annehmen und uns mit uns selbst versöhnen und unsere Unzulänglichkeit auch annehmen und heilen lassen.

D.h. wenn wir uns als uns in Kongruenz zu jener unserer Unbedingtheit stellen, welche nicht wir ist, welche uns bedingt und damit hervorbringt und als Unbedingte hervorbringt,

so daß unser unheiles Verhältnis gerade darin besteht, daß uns diese unsere unbedingte Hervorbringung verstellt ist und wir von ihr (auch lebens-säftefließend) "getrennt" sind oder uns verstellt sehen und somit getrennt glauben.

Die Heilung besteht dann im Verschwinden dieser Verstellung der ursprünglichen Hervorkommenheit unserer selbst und dem Genuß und Eingeständnis damit unserer Heilheit, welche im Heilen (Gott) ist und durch das Heile erwirkt wird und in dem freien Heilheitsanerkennungs- und -eingeständnisverhältnis besteht.

"Herr, erlöse uns von allem Bösen, oder
setze uns in die Heilheit (Klarheit, Unschuldigkeit, Heiligkeit)
dieses unseren Selbstverhältnisses,
welches das Verhältnis zu dir,
aus dir, du ist, wir.
Mache uns zu dem Opfer, das Dir wohlgefällt!"

Das ist das gegenwärtige A und O der Heilung.

Samstag, 2. April 2011

Meditationen der Fasten- und Passionszeit

I
Wie, auf eine wunderbare Weise, in deinem Geist und im Geleit deines Gefolges, nachdem wir dieses Jahr zum ersten Mal die körperliche Möglichkeit und Eröffnung materieller Befreiung und Eröffnung im Nahrungsfasten erlebt haben,
so auch jetzt, wenn wir im Bedenken deiner Zeit, der Leidens- und Darbringungszeit unseres Herren und deines Sohnes, unseres Befreiers, wir,
auf eine unvorstellbare wundersame Weise, wie ich schon sagte, im Bedenken der Hingabe und des Verlustes des Lebens und damit der Darbringung unserer Selbst zu und in eine Eröffnung und Freisetzung und Erleichterung kommen, welche uns mit jedem Gedankenschritt und Zug eine Wundersamkeit eröffnet und entbirgt, eine unvorstellbare Herrlichkeit, welche wir mit dem Titel des Ewigen Lebens bezeichnen möchten, jenes übertödlichen Standes, jenes Lichtes, das unser Leben ist und jenes Leben ist, in welchem wir Leben und zu dem wir in dir befreit und er-wachsen werden, zu uns kommend, als zu dem, in was du uns in voller Würde geschaffen und eingesetzt und gemeint hast, in jene Unverlustigkeit,
welche in diese und durch diese Taufe des Todes geht,
welche ihr das Tor und die Taufe zum Leben ist und wird,
in jenen Tod unseres Herren,
an dem uns jetzt schon jene Auferstehung hervorwächst
und hervorbricht und aufzustrahlen beginnt,
wie dieses Hervorbrechen und Herausbrechen
der neuen gründenden Natur,
dieser Wärme und
Sonnenstrahlen,
nur daß jene unendlich ist
und unvergänglich,
ein wirklicher Rubin und Brilliant ist,
ein Herz das unvergänglich ist
und eine Quelle, die
nicht versiegt,
weil sie sich von deiner
allanwesenden Unversiegbarkeit
nährt,
in der du ihr fließt.

2. 4. 2011


II
Das Heilige Letzte Abendmahl und Pessahfest als das Mysterium der ewigen Geburt des Herren
(beim Sehen der Abendmahlszene des  Messias von Rosselini)

"Er ist der Erstgeborene der ganzen Schöpfung." Kol 1,15

"Wo ich hingehe, da könnt ihr nicht hingehen."

Die Einübung in Jesus Christus ("Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.") und das Bleiben in der LIEBE, als auch dem "Liebet einander, wie ich euch geliebt habe." ist der Weg der Gleichwerdung, der Vor- und Zubereitung für die Möglichkeit des Eingangs in den Himmel und die himmlische Initiation, welche in der Zwischenzeit des Geistes geschehen soll.
Der Weg ist das Befolgen der Sendung, der Predigt der Frohen Botschaft von der Versöhnung des Vaters mit dem Himmel und des Himmels mit der Erde und des Menschen mit der Erde und der Erde mit dem Himmel und des Menschen mit dem Menschen. Das ist die Frohe Botschaft und der Weg, die Wirkzeichen, seiner Erfüllung, das commercium admirabile, welches zu jener übermäßigen, göttlichen Liebe, der caritas, freisetzt und ermöglicht. (Das Wechselseitige Hinhalten und Hingeben des eigenen Lebens für das "Leben der Freunde", welches der Andere, die Anderen für mich sind, als sie ich sind, als sie Mensch sind, Mensch, welcher in und vor und aus Gott als er selbst ist.)


Es ist das Erlangen jenen FRIEDENS, wie ihn der Herr gibt, und welcher die Aufhebung und Befriedung in der Ewigkeit des ewigen, unverbrüchlichen Lebens ist, welcher die Kraft der Verwandlung des Bösen gibt.
Dies ist die Initiationstaufe der Nachfolger beim Letzten Abendmahl. Es ist die Friedenstaufe, die Taufe der Einsenkung in die Friedensruhe und Gelassenheit und Offenheit des göttlichen Vaters, welcher das göttliche ewige Wort spricht, das nicht vergeht.
Jeder, der dem Wort glaubt, sich an das Wort hält, es liebt und ihm vertraut, wird nicht untergehen können, auch wenn er untergeht, wird nicht sterben können, auch wenn er stirbt. Er wird sofort auferstehen und im Herren sein und.

"Wenn eine Frau gebären soll, ist sie traurig, weil ihre Stunde gekommen ist, aber wenn sie das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an ihre Not vor Freude, daß ein Mensch zur Welt gekommen ist."


III Todesinitiation


"Wer sagt, daß er in ihm bleibt, muß auch leben, wie er gelebt hat." 1 Joh. 2,6
Das Christentum ist in diesem Sinne eine wahre Lebens- und d.h. dann auch Todesinitiations- und Todeswagnisreligion und Initiation.

Das besagt, im Christentum, wenn es richtig und d. h. immer existenziell, lebensmäßig konsequent aufgefaßt und vorgeführt wird, geht es immer um die Weise des Lebens und d.h. um seine Verwandlung und An-verwandlung und d.h. dann Eröffnung und Bekräftigung und Vervollständigung.

Dieses geschieht wesentlich über die Annahme, das Wagnis und die Einübung des Mysteriums des Sterbens und des Todes, welches die Einübung und die Erprobung des Sterbens und Absterbens "dieses unseres Lebens" darstellt, welches für DAS Leben gehalten wird. Der Weg zu einem wirklichen und d.h. freien und vollen und eigentlichen Leben geht dann und muß dann über die Weise der Befreiung von der Fixierung und Verwechslung "dieses Lebens" für DAS Leben vollzogen und eingeübt werden, auf welchem Weg der Opferung und der Weggabe und des Lassens "dieses Lebens"  der Weg zu jenem eigentlichen und d.h. ewigen Leben betreten und begangen wird.

Nun ist alles dieses, der Prozeß der Lebensbekräftigung und der Eröffnung des wahren und eigentlichen Lebens jenseits der Erscheinungsverwechslung des Lebens, durchaus in einem geistigen und in einem psychischen Sinne und d.h. symbolisch und realsymbolisch zu verstehen. Das eigentliche Leben kann nicht nur ein physisches sein. Das Symbolische und Geistige und Psychische und d.h. Realsymbolische des Lebens muß aber auch immer ein Physisches sein. In diesem Sinne muß auch die Einübung des Todes auch eine physische sein und kann hier nicht nur ersatzeinübungshaft und vorstellungshaft sein. Sie muß, wenn dies auch hart und schwer zu verstehen und anzunehmen ist, von realer, physischer und körperlicher Natur und Gewagtheit und unter Einsätzen geschehen, bei denen immer auch das Physische das Letzteingesetzte und zum Einsatz Gebrachte ist.

Das ist das Schreckliche und das existenziell Ernsthafte, wie man früher gesagt hätte, des Christentums und seiner Einweihung, in welchem es, wie wir oben erwiesen haben, besteht und ohne welches es nicht ist und sich verflüchtigt, ja geradezu häretisch wird und d.h. von sich selbst abfällt, wenn es sich in einer Weise vollzieht und versteht, die letztlich nicht vollleiblich, sondern die vielleicht moralisch, spiritistisch oder abstraktivistisch bleibt.

Wie aber kann das geschehen?
3.4.11

IV Die Struktur der Taufe als die Sturktur des Eingangs ins Leben
Wie anders kann das aber geschehen?
Wie anders können wir den Eingang und den Ausgang des Lebens, diesen Akt der Inkursion in das Ganze des Lebens, welches die Exkursion ist in die ganze Offenbarkeit, die Hervorständigkeit des Lebens, ein Erwachsen und Geborenwerden und ein Hervorgehen, wie anders kann dieser für uns wiedersprüchliche Akt des gleichzeitigen Ein- und Ausgehens, des Ingressus und des völligen Transgressus erfaßt und dargestellt, darstellbar und d.h. vollziehbar gemacht werden als in dem Wirkzeichen, dem Vollzug und d.h. dem Sakrament der Taufe?

Die Taufe stellt und offenbart zum ersten Mal eine Bestimmung (und Grundbestimmung) des Lebens, welche seine Werdensbedingung ist: Das Leben ist ein eingängig-ausgängig Werdendes.
Weder erfüllt das Insichgehen, das Er-innern, das "Zu-Grunde-Gehen" des Lebens als eine Bewegung zum Ursprung hin und zum Anfang die ganze Bedingungsgesamtheit der vollen Erstehung und des Erwachsens des Lebens, noch wird dieses hinreichend und substanziell in einem transzendental-transgressiven und aszensualem Akt erfaßt, dem Akt eines bloßen Überstiegs, Ausstiegs und Übersteigens, welches sich in die Sublimierung seiner Verflüchtigung verzieht und dann auch als diese einzige Bewegung und Richtung aufhebt und vernichtet. Das Leben als das geschaffene und reale und daseiende und sich ereignende und verkörpernde Leben hat einzig in diesem komplexen und ganzheitlichen und die beiden Dimensionen vereinendem Akt die adäquate auch struktural-wirkmächtige Darstellung seiner Werdensbedingungen und seines Werdensvollzuges.

Erst hier bekommen die verschiedenen Aspekte und Augenblicke des Verwandlungsaufgangs und d.h. des Werdens des Lebens ihre adäquate Bedeutung.
Das Abtauchen des Lebens ist erst hier ein richtig aufgefasstes und dann auch erfolgversprechendes. Das "Abtauchen" geschieht nämlich und eigentlich in das "Leben" selbst hinein. Es ist ein wirklicher und eigentlicher Eingang in das Vorhandene des Vorhandenen. Das Abtauchen ist nicht ein Weltverlassen und eine Weltflüchtigkeit und Sublimation und Quasi-Spirituation. Das Begrabenwerden und der Tod der Taufe, der Tod, den die Taufe darstellt, der Tod in den wir begraben sind, welcher auch der Tod JESU ist, ist gerade nicht als ein Verlassen und Abdriften und Hinwegschweben der und von der Welt, er ist vielmehr und eigentlich ein Einstieg in die Welt, ein völliger Einstieg bis hin zum völligen "Begrabenwerden" und Bedecktwerden unter der und in der Welt. Ein solcher Einstieg aber und ein solches Untertauchen und völlige Eingehen in die Welt bedeutet aber letztlich und in Konsequenz einen Tod, ein Verenden, nämlich des immer lebensweltlich geschiedenen Ichs und betrachtenden, welt-nicht-anderen/anderen Geistes, in den völligen Übergang und das Verschmelzen dieses mit der und zur Welt. Dieses bedeutet in der Tat ein Ende des solchermaßen eigenständigen und lebendigen damit Ichs, welches hier dann über-geht und damit aufhört.

Weil aber das Ende von Etwas, das an sich nicht endlich und zeitlich ist, nicht möglich ist und auch wenn es in einem völligen Verlassen geschieht und einem Übergehen und Schwund des Bewußtseins (das ist die Sicherheit und die Unsterblichkeitsgewißheit nicht unserer selbst oder unserer Verdienstlichkeit. Es ist das Gewahrsein der Gegebenheit und des Gegebenwordenseins eines unvergehbaren Selbsts, welches ewig und als solches von Gott geschaffen, gerufen, eingesetzt und gewollt ist.), so geschieht doch hier in dem Augenblick des Verendens des Ichs (d.h. des Bewußtseins des Ichs, des Selbstbewußtseins), in dem Augenblick des Übergangs der Über-gang eben. Das Ich wird der Welt und an die Welt gegeben und übergeben. Als solches wird es erst weltliches Ich (und die Welt erzeigt sich in ihrem Geben als das, was sie ist. Der in sich tote und wenn auch material ereignishafte, so doch nichtige Stillstand, welcher ohne das Belebende des "Geistes" des Selbst und des Ichs nichts ist.) und kommt als dieses weltlich und d.h. dann auch umfänglicher und inniger gewordene, schwebend über dem verendeten, toten Fleisch zurück und geht in es ein als dieses größere Selbst und ich als welches es aufersteht und aus dem Untertauchen hervortaucht und bricht und jenes ist, das das Untertauchen (den Tod) überlebt und d.h. integriert hat, in sich selbst enthält und es vielfach übergreift und eben enthält als die neuen Augen, der neue Blick und die neue geweitete und modifizierte Wirklichkeit, welche es nun gemeinsam mit jenem integrierten Untertauchen und Tod verhandelt und vollzieht und einrichtet und ihr als der Gesamtheit der Gleichzeitigkeit der Bestimmtheit, der Verlassenheit (Tod), dem Akt der Wieder-Geburt, dem Hervorgang und dem Sein in dem Hervorgehendem huldigt und ihrer Ewigkeit als ein wahrer Gotteslobpreis und Gottesdienst huldigt und sie verkündigt im Frohlocken ihres wundersamen, allgegenwärtigen und die Schwellen durchquerenden Lebens, als die totale und die eigentliche Ekstase, welche, weil sie auch zugleich eine Instase ist, eine totale und eigentliche Ekstase ist und sein kann. Das Geheimnis und das Siegel der Getauften, der Wiedergeborenen, der Auferstandenen, der Unvergänglichen und Ewigen, Heiligen.

Der Eingang in das Leben als seine Gegebenheit ist das Tor zu seinem Eingang und damit auch der Ausgang und zum Ausgang des Lebens, welcher der Aufgang des Lebens wird, in welchem wir als die Getauften immer schon in der Absolutheit und Gesamtheitlichkeit stehen,
weil wir auf den Namen und den Tod Jesu, des Herren des Weltalls und des Erstgeborenen von den Toten, getauft sind, mit ihm begraben (im Lebenseingang) sind
und mit ihm in der Auferstehung (im Aufgang des vollendeten Lebens) sind.

Die Struktur und Gnade der Taufe ist als das Siegel des Werdens und Gewordenseins des wahren Lebens die Struktur seiner Aufschließung.
5.4.11

V Karfreitag als Mysterium und sein Auftrag
Zwar dürfen wir nicht mit Mechanik sagen und mit Automatik und Mechanik davon ausgehen, daß, wenn wir "wie" Jesus unser Leben z.B. Aufgeben und dann dabei an Gott glauben oder denken, wir dann genauso wie Jesus im selben Moment nach dem Durchgang des Todes, weil wir Gott also die Ewigkeit oder die Allgegenwärtigkeit vorstellig haben oder ihr vorstellig sind, ins hiesige und allwährende Leben zurückbefördert werden und uns schon hier als unvergänglich erweisen werden und können. Diese Art des Denken, bei welchem wir in einer Art Kalkül mit der einzig der unverfügbaren Allmacht Gottes zustehenden Freiverfügbarkeit und Allmächtigkeit und Allgewährlichkeit umgehen, kommt in etwa, auch wenn sie mit der Allmacht Gottes rechnet und somit gläubig ist, dem Verfahren gleich, zu welchem Jesus in der Wüste vom Teufel versucht wurde, als er von diesem zum Sturz von der Dachzinne gedrängt worde, denn der Gott hat ja gesagt, daß er seine Engel sofort schicken werde, damit ihm ja nichts geschehe. Die Art des Denkens ist natürlich grundsätzlich verkehrt. Sie verkennt die freie und kommunikative und beziehungsmäßig-vertrauliche Natur der Gott-Geschöpf-Beziehung, ein Verhältnis, das augenblicklich abzunehmen und zu schwinden und sich zu verstellen beginnt, wenn diese "Natürlichkeit" und "Selbstverständlichkeit" der bezüglichen Beziehung von Schöpfer und Geschöpf verschwindet oder verstellt wird, eine Weise, in der wir ja als "Gefallene" ja per definitionem Leben. Diese Art der Verstellung der Natürlichkeit der gott-geschöpflichen Beziehung kennzeichnet ja gerade die Natur der Gefallenheit und damit Verletztheit und Verstelltheit unserer Natur.

Wir müssen aber trotzdem Jesus nachfolgen und d.h. im Modus und in realitas nachfolgen und solche Handlungen vollziehen, wie er sie vollzogen hat, um dann auch zu solchen "Ergebnissen" und Erfahrungen zu kommen, zu welchen er gekommen ist, oder aufgefahren und glorifiziert wurde.

Zu einer dieser Handlungen gehört die letztliche Hingabe unserer selbst im Rahmen der Nachfolge und der Befolgung der Sendung und Berufung, welche wir bei der Mitarbeit an der Realisierung des Reiches Gottes auf Erden haben.

Die Vorhandenheit einer solchen Aufgabe und Bestimmung und Berufung und Sendung unserer selbst als unseres Lebens ruft uns und bestimmt uns zur Tatsache des Einsatzes unseres Lebens hier "in dieser Welt" für die Realisation der "großen und letztgültigen, vollendeten Welt", auf welchem Wege wir zu so etwas wie dem Einsatz unseres Lebens, zum Tod unserer selbst kommen und welchen wir, wenn und weil die Arbeit für  und die Berufung zu dem ewigkeitsgültigen und ewigkeitsherstellendem und ewigkeitswertigem Zweck der Handlung eine per se ewigkeitsherstellende und lebenerhaltende und d.h. vom Tod auch natürlich wiederherstellende ist, welchen wir als dann natürlich übermächtigen und in jenem siegreichen ewigen Leben hier schon hervorgehen und auferstehen und da sind in der Unverbrüchlichkeit dieses durch diese Hingabe gewachsenen und eingesetzten eigentlichen und offenkundigen und d.h. ewigen, persistenten Lebens.

In diesem Sinne ist das Pessahgeschehen ein Mysterium und als solches jenes, das von uns auf diese Wirklichkeit seines Wieder-Geschehen hin betrachtet, insistiert und meditiert werden muß, also lebensmäßig meditiert und das heißt lebensanverwandlungsmäßig meditiert werden muß.
6.4.11


THEO-POLITISCHER INKURS II: Der Ausspruch Gott und die Begründung der Welt

Die Ermöglichung, Begründung und Vollendung der Welt in der rück-verbindend-verankernden und lobpreisend-ehrerweisenden Huldigung des Gottes


"Daß ich allem, was der Veränderung und dem Wechsel unterworfen ist, vollständig entronnen in unbewegter, ruhiger Seelenverfassung den Unwandelbaren und Unveränderlichen zuvor durch meine Gesinnung mir geneigt mache und dann mit dem vertrautesten Namen anrufe, indem ich spreche: "Vater!" Welche Seele ist zu diesem Worte notwendig! welches Vertrauen! welches Gewissen!"  
Gregor v. Nyssa (+394), Das Gebet des Herren 

"Die Menschen bergen sich im Schatten deiner Flügel, sie laben sich am Reichtum deines Hauses; du tränkst sie mit dem Strom deiner Wonnen. Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, in deinem Licht schauen wir das Licht."
Psalm 36 

"Er ist nämlich aller Dinge Ursache, Anfang, Wesen und Leben. Er ist Rückberufung und Aufrichtung für alles von ihm Abgefallene; er ist Wiedererneuerung und Wiedergestaltung alles dessen, was unter die das göttliche Ebenbild verdunkelnde Macht gesunken ist; er ist die heilige, feste Einstellung von allem, was von irgendeiner unheiligen Erschütterung ins Wanken gebracht wird; er ist die sichere Haltung des Stehenden (Ruhenden). Er ist die emporleitende Handführung für alle, die zu ihm emporgeführt werden, die Einstrahlung für alle, die erleuchtet werden, die Urweihe für alle, die Weihevollendung erlangen, die Urgottheit für alle, die vergöttlicht werden, die Vereinheitlichung für alle, die vereinfacht werden, die Einheit aller, die in das Eine gestaltet werden, der überursprüngliche, überwesentliche Ursprung jeglichen Ursprungs, die gütige Mitteilung des Verborgenen nach zulässigem Maße, endlich, um es kurz zu sagen, das Leben der Lebenden, das Wesen der Wesenbegabten, jeglichen Lebens und Wesens Ursprung und Ursache infolge seiner Güte, weil er das Seiende ins Dasein ruft und zusammenhält."
Dionysius Aeropagita, De divinis nominibus 
 

Mit der Aussprache GOTT, welche die Wirklichkeit und die gesamte Realität, so wie sie mehr oder weniger vollkommen, mehr schlecht als recht, hoffend und flehend beschaffen sind, bemüht ausruft, kommt die Welt zur Welt.

Das ist die These und der unterschwellige große Gedanke dieser ganzen Bewegung, dieses Stranges und Stromes der kosmo-genetischen Überlegung der Entstehungsbedingungen und -bewegungen der Welt. Das ist seine Erleuchtung, welche keine Erleuchtung ist, weil sie die Übernahme und die Annahme und das Wiederaufnehmen und -aufnehmenkönnen ist eines "alten" Lichts, eines Lichts, welches die Fackel unserer Kultur gewesen ist, und welche uns ausgeredet wurde, madig gemacht wurde, mit der Folge, wie ich glaube zu sehen und entdecken und schließen zu können, daß wir ohne sie und ohne ihre Bedeutung gerade alles dessen beraubt werden, was uns versprochen und in Aussicht gestellt worden ist und werden kann: wir werden bleiben ohne Leben, ohne Licht, gefangen, enthauptet, veruteilt zu einer sinnlosen und vergeblichen und aussichtslosen Suche, einer Bemühung die enttäuscht wird, einer Sehnsucht, die geschändet werden wird, einer Verzweiflung und einem Aufschub, welche unnötig sind,
weil die Welt und das Versprechen, das gegeben worden ist,
eingelöst worden ist,
eröffnet und bereitgestellt worden ist,
auf den Weg seiner Vollendung und d.h. seiner Realisierung gesetzt worden
ist, und welches Heute zur Vollendung steht,
welches Heute Erfüllung
gelangen will
und wird.



Die Aussprache und der Ausspruch GOTT, das wurde bisher schon mehrmals angesagt und umnähert, geschehen sie wie sie wollen, bedeuten eine Vollendungsbewegung und d.h. eine Vollendungsentdeckung und das wiederum heißt Vollendungseinge-ständigung der Realität, der Wirklichkeit, des Lebens, eines Lebens und einer Realität, welche sich dadurch bestimmte und dadurch bestimmt war, daß sie eine sog. pragmatische ist, eine unabgeschlossene und unabschließbare, eine höchstens auf dem Weg zu einer wie auch immer gearteten Vollendung und Erfüllung seiende Realität ist, eine Realität welche auch noch durch unverbrüchliche "Naturgesetze" bestimmt war und ist, Gesetze, welche ihr die Hoffnung auf manche "illusionäre" Vorstellungen von vorne herein madig und überflüssig machten, Gesetze, welche unüberwindlich sind und Sachzwänge, die, wie traurig auch immer, trotzdem und "leider" herrschen und gültig sind, Gesetze, die das Leben zu einem hinfälligen und das Ganze zu einem Uneigentlichen, selbst Unerlösten und Unheilen machten, oder höchstens zu einem noch nicht hinlänglich Offengelegten und Entäußerten, zu einem noch nicht ganz Mitgeteilten und Offenbarten, zu einem der Vollendung Ausständigen oder der Vollendung Unmöglichen.

Nun ist die Tatsache und die Sachlage so, daß die Offenbarung und Selbstentblößung des GOTTES und des Ganzen und des Lebens so weit gediehen war und ist, daß in ihnen das Mittel und der Vollzug, die Vollbringung ihrer Vollendung offengelegt und dargeboten worden ist,
so daß ihre Aussprache und wähnende Erwähnung und wie hauchhaft und unzulänglich auch immer seiende Aussprache eben jene Vollendung und die Eröffnung und Wiedereröffnung jener Vollendungsbewegung eröffnen und beschleunigt in Gang setzen,
weil sie ja Wieder-erinnerungen und Wieder-aufnahmen sind,
von geschichtlichen Durst- und Bemühungsstrecken,
welche große Bedingungen geschaffen hatten, bevor sie
durch den nun zu durchschauenden Betrug bei Seite geschoben wurden
und als undiskutabel ihre Diskreditierung und damit Entfernung
vom Leben erfuhren.
Der Vollzug der Vollendung der Bewegung der Wirklichkeit wird
insofern auch beschleunigt wirken,
weil der Ausruf des GOTTES auch, auf eine wundersame Art und Weise,
gerade aus dem Mund des Verleumders erklingen wird,
eines Verleumders, der sich eines Besseren besinnt
hat und dem mancherlei eigene Verstrickungen und
Unzulänglichkeiten aufgegangen
und in einem möglich heilen Licht aufgegangen sind,
welche ihn jenes ausrufen lassen, welches die Vollendung ist,
und in dem auch er dann die Vollendung finden wird,
wie er hofft.

Der Ausruf ist aber nicht nur die Vollendung,
er ist auch das Er-wachsen als das Hinauswachsen und als das Eingehen
des Lebens, das Größer- und Eigentlicher Werden und d.h. das Sich-Aufrichten und Aufgerichtetsein und das Eingeständigen des Lebens.
Der Ausruf eines ganz Anderen und "absolut Fernen"
läßt das Ausrufende über sich hinauswachsend sich dann, wenn
das Ausgerufene die Erfüllung bedeutet und das Garantierende,
Bürgende ist, in eine unendlich größere Form seiner selbst
einwachsen und so zu einer unvorstellbar größeren Möglichkeit
seiner selbst kommen und einge-städigen, zu einer ehemals ungeahnten Möglichkeit,
welche den Ausrufenden adelt, krönt und zur wahren Selbstbewußtheit
kommen und in ihr sein und stehen läßt,
zu jenem, welches es so lange und eigentlich ersehnt hat.

Was aber ist Vollendung des Lebens und Hinauswachsen des Lebens anderes als wirkliche Gründung, wirklicher Anfang und als gelebtes Leben, daseiendes Leben: WELT?

Was ist der Ausruf GOTT dann anderes als die Begründung und die wahre Geburt der WELT?

Wie paradox oder konsequent auch immer, die Möglichkeit dieses Vollzuges, der Aussprache der totalen Ermöglichung und des Ermöglichungsgrundes als des naturgemäß personalen Ermöglichungs- als Schöpfungsgrundes ist der Augenblick, in welchem das Selbstbewußtsein zur Vollendung und d.h. zur Wirklichkeit kommt und damit wirklich daseiendes und absolut entlassenes und ermöglichtes Leben wird und in welchem Bedingungen, Anwähnungen und Vorstellungen zur WELT werden, zur wirklichen Welt, welche, wie paradox oder konsequent, wie gesagt, auch immer, entlassene, geborene und zur Welt gekommene Welt wird, wenn in ihr jener Name eingezeichnet ist und bleibt (und d.h. dar-sprechend gesagt wird), welcher der Name ihres Möglichkeitsgrundes ist, welcher, wenn WELT volle und wirkliche Welt sein soll und nicht nur eine materiale Monumentalität und Tödlichkeit, der LEBENDIGE, ALLMÄCHTIGE UND LIEBENDE UND WOLLENDE GOTT sein muß,
welcher die Möglichkeit seiner Aussprache, durch das Vorzeigen seines Angesichts, seiner Stimme und seines Leibes, gibt.